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Remscheid
Wallbrecht denkt das Werkzeugmuseum neu

Remscheid. Das Haus Cleff soll ein Café mit Veranstaltungsraum erhalten und die Sozialgeschichte besser repräsentieren. Viele Ideen zur Veränderung. Von Christian Peiseler

Ein Gesamtkonzept für das Historische Zentrum hat Direktor Dr. Andreas Wallbrecht entwickelt. Dabei steht zwar das Haus Cleff im Vordergrund, weil es aufgrund des Schädlingsbefalls seit zwei Jahren geschlossen ist und dringend saniert werden muss. Die Grundidee dieses Konzepts ist es aber, das gesamte Ensemble des Historischen Zentrums (bis auf das Archiv) miteinander zu verbinden. Die Trennung zwischen Haus Cleff und Werkzeugmuseum soll aufgehoben werden. Sichtbar wird dies in der Idee, eine moderne Eingangshalle zu bauen, die beide Gebäude miteinander verbindet. Alle Vorhaben können Schritt für Schritt in fünf Bauabschnitten vollzogen werden. Das Konzept von Wallbrecht bietet Arbeit für mehr als ein Jahrzehnt.

Um das Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Werkzeugmuseums noch erheblich mehr herauszuarbeiten, bedarf es nach Ansicht von Wallbrecht einer vollständigen Neugestaltung. Nach 20 Jahren entspreche es nicht mehr den Anforderungen eines modernen Museums. Zwar soll die Dampfmaschine weiter das Zentrum bilden, doch einige Ausstellungsabteilungen bedürfen einer Überarbeitung. Vor allem der Einsatz von Computern und Bildschirmen soll das interaktive Element im Museum verbessern, heißt es in dem Konzept.

Das Werkzeugmuseum sei im Bereich der technischen Erläuterungen der Werkzeuggeschichte bestens aufgestellt. Ihm fehle aber nach Einschätzung von Wallbrecht die sozialhistorische Komponente. Diesen Aspekt soll nun das künftig neu gestaltete Haus Cleff übernehmen und als Teil des Werkzeugmuseums fungieren.

Das künftige Haus Cleff repräsentiert die sozialgeschichtliche Entwicklung auf zwei Ebenen. Im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss. In der Mitte des denkmalgeschützten Gebäudes soll ein Café einziehen, zu dem auch ein Veranstaltungsraum gehört. Ein kultureller Treffpunkt soll dort entstehen, um mehr Besucher auch mit Veranstaltungen nach Hasten zu locken. Im Erdgeschoss trifft der künftige Besucher auf die wichtigsten Personen der Remscheider Werkzeuggeschichte. Dazu gehören die Gebrüder Hilger, die Gebrüder Cleff sowie Richard Lindenberg und Georg Hinrich Sonntag. Der Besucher soll in einem gestalteten Dialog mit diesen für Remscheid prägenden Persönlichkeiten treten können.

Im zweiten Obergeschoss konzentriert sich die Ausstellung auf die Geschichte des Hauses und auf Themen zum Verhältnis zwischen Fabrikant, Arbeiter und Händler. Ob eine solche Konzeption realisierbar ist, lässt sich noch nicht sagen. Bisher liegen die Ergebnisse der Statiker, die die Tragfähigkeit der Balkenkonstruktionen berechnen, immer noch nicht vor.

Den angrenzenden Cleffpark will Wallbrecht für eine gastronomische Nutzung besser erschließen. Eine kleine Bühne, Beleuchtung und Strom- und Wasseranschlüsse könnten ihn auch für Open-Air-Veranstaltungen attraktiv machen.

Das Magazin des Werkzeugmuseums spielt bei Wallbrecht eine weitere wichtige Rolle. Er will es einerseits für die Öffentlichkeit öffnen, und andererseits den Platz für das Magazin, in dem unter anderen Großgeräte wie Fallhämmer, Drehbänke und Feilenhauermaschinen lagern, erheblich vergrößern. Es soll kein verschlossener Ort für Fachleute bleiben. Ein neuer Rundweg soll die Besucher durch das bisher verschlossene Magazin und über die vorgelagerte Rampe des Hauses Berger führen. Sie bekämen dadurch auch einen Einblick in die elementaren Aufgaben eines Museums: Sammeln, Bewahren, Forschen.

Quelle: RP
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