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Remscheid
Warnung vor "katastrophaler Lage"

Remscheid. Ex-Sportamtsleiter Fiedler kritisiert Stadtentwickler Denstorff scharf. Von Henning Schlüter

Die jüngste Sitzung des Sportausschusses schlägt weiter hohe Wellen. Nicht nur, dass sich das Verhältnis von Sportbund und Verwaltung sowohl beim Thema Ersatzsportanlage in Hackenberg, als auch bei der Kooperationsvereinbarung als sehr frostig darstellte. Nun meldet sich auch der ehemalige Sportamtsleiter Bernd Fiedler in einem offenen Brief an Stadtentwickler Robin Denstorff scharfzüngig zu Wort.

Denstorff hatte dem Sportausschuss Auskunft über den Sachstand der Planungen des DOC sowie des Sportzentrums in Hackenberg gegeben. Was die Darstellung des Stadtplaners zur Dringlichkeit der Schaffung von Ersatzflächen für das wegfallende Röntgen-Stadion betrifft, so findet es Fiedler "unangemessen, wenn Sie öffentlich äußern, ein paar Wochen mehr oder weniger mit einer Mangelsituation zu leben, sei für den Remscheider Sport unerheblich".

Denstorff blende dabei "offenbar vollkommen aus, dass die Schließung des Röntgenstadions für den Remscheider Sport einen herben Verlust bedeutet". Der Sportentwicklungsplan habe gezeigt, dass Remscheid nicht übermäßig mit Sportflächen gesegnet ist. Der Verlust von zwei Fußballfeldern, einer Laufbahn und leichtathletischen Nebenanlagen sowie einem Multifunktionsfeld im Röntgen-Stadion könne nicht kompensiert werden. "Die Aussage unserer früheren Oberbürgermeisterin, dass die Bagger nicht rollen sollten, bevor in Hackenberg Ersatz geschaffen wurde, war insofern sportfachlich sehr richtig und zutreffend", betont Fiedler.

Die im Röntgen-Stadion beheimateten Fußballvereine FC Remscheid und VfL Lennep, die Leichtathleten der Lenneper TG, der Großteil des Lenneper Außen-Schulsports sowie die den Multifunktionsplatz nutzenden Freizeitsportler verlören ihre sportliche Heimat, ohne dass gleichwertiger Ersatz an anderer Stelle vorhanden wäre. "Wenn dann auch noch die Sportler von der Sportanlage Hackenberg vertrieben werden, entsteht eine nahezu katastrophale Lage, in der sie dann noch durch eine derart unnötige Aussage düpiert werden", findet der Ex-Sportamtsleiter.

Auch für die Verlagerung des Röntgenlaufs, den Fiedler mit aus der Taufe hob, sei es "nicht unerheblich", ob sich eine provisorische Ausweichlösung über ein oder zwei Jahre hinziehe. Das Organisationsteam des Röntgenlaufs sieht laut Fiedler in einem längeren Provisorium erhebliche Risiken für die zukünftige Durchführung der Veranstaltung.

Politik, Sportbund und Verwaltung hätten sich in der Vergangenheit immer für einen weitestgehenden Gleichschritt der Bebauungspläne für das DOC und Hackenberg eingesetzt, sagt Fiedler. Dass dieser nun scheinbar nicht mehr mit aller Kraft angestrebt werde, könne keinesfalls sportfachlichen Motiven entspringen. Fiedler: "Eher vermute ich hier mangelndes Problembewusstsein, gepaart mit einer phlegmatischen Einstellung zu Problemen des Sports."

Quelle: RP
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