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Serie Stadtgeschichte(n) (ende)
Was bleibt übrig von unserer Zeit?

Serie Stadtgeschichte(n) (ende): Was bleibt übrig von unserer Zeit?
Die Welt tickt digital, das Stadtarchiv analog. Dort gibt es noch viele Zettelkästen (Foto rechts) , etwa als Suchhilfe in der Bücherei. Die Bestände auch digital verfügbar zu machen, erfordert einen großen personellen und finanziellen Aufwand. Auf Stadtarchivarin Viola Schwanicke (Foto unten) und ihre Mitstreiter kommt noch viel Arbeit zu. FOTO: Jürgen Moll (2), Pixabay
Remscheid. In einer Serie stellen wir besondere Fundstücke aus dem Remscheider Stadtarchiv vor. Es sind historische Dokumente, die Geschichte und Geschichten erzählen. In der letzten Folge werfen wir einen Blick in die digitale Zukunft des Archivs. Von Bernd Bussang

Der größte Feind der Archive ist die Vergänglichkeit. So kämpften Generationen von Archivaren mit immer neuen Methoden darum, dass Bewahrenswertes nicht verfällt. Dabei sind in Stein gehauene ägyptische Hieroglyphen naturgemäß resistenter als tintengetränkte Urkunden des Mittelalters oder die maschinenbedruckten Papierberge der Neuzeit. Doch was ist mit der Flut von digitalen Daten, die seit einigen Jahren etwa in Ämter und Meldestellen fließen? Wie werden sie vor dem Verfall bewahrt?

Dieses Problem beschäftigt Archivare derzeit nachhaltig. Einzelne Warner sprechen bereits von einem "finsteren 21. Jahrhundert". Denn was passiert, wenn es uns in postanaloger Zeit nicht gelingen sollte, archivwürdige Daten wie etwa Melderegister zu konservieren? Wer archiviert die Online-Nachrichten des Tages? Sind es dann letztlich nur noch unsere Grabsteine, die Name, Geburts- und Todesdatum überliefern? So arbeiten Archive derzeit an Modellen, die digitale Daten über längere Zeiträume konservieren können. Remscheid steht da noch ganz am Anfang der digitalen Zukunft.

FOTO: Moll Jürgen

Ein weiteres Problem: "Viele Nutzer glauben, ein Archiv funktioniert wie eine Online-Recherche: ein Stichwort, und alles ist verfügbar, möglichst auch online", sagt Stadtarchivarin Viola Schwanicke. "Aber so funktioniert das hier in Remscheid nicht." Der übergroße Teil des Bestands ist eben noch nicht digitalisiert. So steht das Remscheider Stadtarchiv, das viel auch von ehrenamtlicher Unterstüzung lebt, vor der Herkulesaufgabe, in einer digitalen Zukunft seinen Aufgaben weiter gerecht zu werden und seine Schätze zu bewahren.

Quelle: RP
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