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Remscheid
Was die Parks der Stadt für das Klima tun

Remscheid: Was die Parks der Stadt für das Klima tun
Der Rosengarten im Hardtpark gehört zur städtischen Grünkultur. Die Parks der Stadt sollen nun erfasst und auf ihre Wirkung untersucht werden. FOTO: HN-
Remscheid. Bei der Gartenamtsleiter-Konferenz tauschten rund 40 Experten aus ganz NRW Erfahrungen aus. Die Technischen Betriebe von Remscheid und Solingen hatten eingeladen. Sie stellten aktuelle Projekte vor. Von Benjamin Dresen

Der spektakuläre Ort auf der Stadtgrenze ist wie gemacht für eine gemeinsame Tagung: Im Haus Müngsten empfingen die Technischen Betriebe von Solingen und Remscheid gestern rund 40 Kollegen aus ganz Nordrhein-Westfalen zur Gartenamtsleiter-Konferenz - kurz GALK. "Alles Leute, die professionell mit Grünflächen umgehen", erklärte Markus Wolff von den Technischen Betrieben Remscheid. Bei den halbjährigen Treffen der Leiter von Grünflächenämtern und Technischen Betrieben in NRW geht es vor allem um Erfahrungsaustausch.

Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) gaben bei der Tagung den Startschuss für ihr städtisches "Grünkonzept". In dem Projekt mit der Hochschule Ostwestfalen in Höxter unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Peter Rohler sollen alle Grünflächen im Stadtgebiet erfasst werden. Mit den Ergebnissen der Untersuchung soll es unter anderem möglich sein zu sagen, wie viel Kohlenstoff der städtische Baumbestand speichert, erklärt Professor Rohler. Die Politik könnte hieraus etwa für die Stadt einen "Klimaschutzfahrplan" ableiten.

Auch für die Gesundheitsvorsorge ist der Bestand an Wald und Grünflächen relevant, schließlich haben sie eine Funktion als natürliche Feinstaubfilter. "Es könnte demnächst jemand an der Tür klingeln, um Messungen von Bäumen zu machen", schickt Markus Wolff von den Technischen Betrieben Remscheid an Privathaushalte voraus. Denkbar ist, dass die Nachbarstädte die Ergebnisse ihrer vorgestellten Studien austauschen und für ihre Arbeit nutzen.

Stolz berichteten die Gastgeber den angereisten Kollegen vom Brückenpark als mittlerweile "zehnjähriger Erfolgsgeschichte". Aus der "Zwangsehe" aus Anlass der Regionale 2006 sei mittlerweile eine Liebesbeziehung geworden, sagte Markus Wolff. 300.000 Besucher pro Jahr im Schatten der Müngstener Brücke sprechen eine deutliche Sprache. Aus Solinger Sicht interessant war der Vortrag von Norbert Motzfeld. Er stellte die Planungen der Technischen Betriebe Solingen (TBS) für die "Neuausrichtung des Straßengrüns" vor. Konkret heißt das: Welche Blumen pflanzt der städtische Betrieb in Zukunft entlang der Verkehrswege an? "Der Bestand ist überaltert", erklärt Motzfeld das Problem.

Für ein stimmiges Konzept teilen die TBS die Solinger Straßen in Kategorien wie "hochwertig" oder "Wohngebiet" ein und legen fest, wie diese zu gestalten sind. Vielbefahrene Durchgangsstraßen sollen künftig attraktiver sein, dafür soll an weniger wirksamen Stellen gespart werden.

Leitlinie bei der neuen Bepflanzung wird sein, "Artenbestand und Biodiversität" zu erhöhen, wie Norbert Motzfeld erklärt. Dafür seien "blütenreiche Arten" wie Mohn, Kornblume, Königskerze oder Schafgarbe gut geeignet. Wichtig ist laut Motzfeld, dass die Pflanzen langlebig sind, sie eine neue Optik ins Spiel bringen und ihre Folgekosten vertretbar bleiben. In einem Experiment mit der Universität Kassel haben die TBS Versuchsflächen angelegt, um die Entwicklung von Pflanzenarten am Straßenrand zu testen. Eine dieser Flächen ist längs des Frankfurter Damms.

Quelle: RP
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