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Remscheid
Wege für Flüchtlinge in Unternehmen ebnen

Remscheid: Wege für Flüchtlinge in Unternehmen ebnen
Andreas Osinski arbeitet als IHK-Flüchtlingskoordinator. FOTO: IHK
Remscheid. Andreas Osinski arbeitet als IHK-Flüchtlingskoordinator. Rund 30 Prozent der hiesigen Unternehmen könnten sich vorstellen, Flüchtlinge einzustellen. Interkulturelle Kompetenz sei gefragt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal, Solingen, Remscheid will Flüchtlingen helfen, im Arbeitsmarkt vor Ort Fuß zu fassen. Dazu ist Andreas Osinski als IHK-Flüchtlingskoordinator das Bindeglied zwischen Arbeitssuchenden und den Unternehmen, aber auch zu weiteren Netzwerkpartnern im Kammerbezirk.

Über Betreuungsvereine oder auch die Arbeitsagentur werden die Menschen zu ihm vermittelt. "Seitens der Betriebe kommen zum Beispiel Fragen auf, ob Bewerber aufgrund der gesetzlichen Vorgaben wie Aufenthaltstitel überhaupt und wenn ja, zu welchen Bedingungen eingestellt werden dürfen", erklärt er. Überdies gehe es auch um Qualifizierungen, Ausbildung und Beurteilung vorhandener Abschlüsse. Nachdem mittlerweile viele Asyl-anträge entschieden seien, suchten zahlreiche Flüchtlinge einen Einstieg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, bestätigt der Diplom-Pädagoge.

"Viele von ihnen sind hoch motiviert und lernen außergewöhnlich schnell." Einigermaßen "alltagstauglich" Deutsch sprechen zu können, sei sicherlich die wichtigste Anforderung. Doch wenn die Grundlagen vorhanden seien, könne auch der erforderliche Fachwortschatz schnell aufgebaut werden. Weiterhin ginge es darum, interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und das Einhalten bestimmter Regeln seien Tugenden, die von den Firmen gefordert würden. Aber in vielen Ländern sei beispielsweise überhaupt nicht bekannt, dass man als Arbeitnehmer bei Krankheit ein ärztliches Attest vorweisen muss.

Dies müsse man den Menschen erst einmal erklären. Manche trügen sich auch mit dem Gedanken der Selbstständigkeit. "Bei uns kann man aber nicht einfach so ein Geschäft aufmachen, wie das in vielen ihrer Heimatländer ohne bürokratische Hürden üblich ist", nennt Osinski ein weiteres Beispiel für den Lernbedarf. Rund 30 Prozent der hiesigen Unternehmen könnten sich vorstellen, Flüchtlinge einzustellen.

(bona)
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