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Remscheid
Weichgespülte Bluesrock-Musik

Remscheid. Die Band "Marco Sicilia" beeindruckte mit ihrem Konzert im Rack 'n' Roll. Von Hagen Thiele

Der Blues-Rock mit Pop-Einflüssen der Marco Sicilia Band ist ein spannendes musikalisches Gebräu. Fast könnte man meinen, man hätte die süße Note italienischen Amarettos mit dem rauchigen Charakter so mancher amerikanischer Bourbons kombiniert. Dass man dieses Gebräu nicht etwa eisgekühlt, sondern am besten live genießt, bewies das Trio um den namensgebenden Kölner Sänger und Gitarristen am Samstagabend im Rack'n'Roll.

Mit ihrer unverfälschten Spielfreude sorgten die drei Musiker für gute Stimmung, obwohl die Billardkneipe schon besser besuchte Konzerte erlebt hat."Ich singe vor, und ihr singt nach, das ist ganz einfach", sagte Sicilia, als er mit "Stai Meglio" ganz alleine eine rein akustische Ballade anstimmte.

Das minimalistische Stück entpuppte sich als echter Ohrwurm und zeigte sich wegen Sicilias wandelbarem Gesang abwechslungsreich. Das reichte, um die Gäste zum Mitsingen zu motivieren. Warm geworden waren die Besucher jedoch schon viel früher, manche sogar schon mit dem ersten Lied "Sesso e Amore".

Trotz unweigerlicher Qualitäten als stampfende Hymne, die durch Bassist Jimmy Klimsop und Schlagzeuger Dave Knight eine gewaltige Portion Groove spendiert bekam, wirkte das Lied auch ungemein lässig, ja fast schon so unbekümmert wie sommerliche Urlaubsmusik, die man am Strand hört. Diese zwei Gesichter, die sich nicht ausschlossen, sondern zu einem gelungenen Ganzen verbanden, erhielten die Stücke durch die Kombination aus Sicilias Gesang und der Instrumentalfraktion. Während die Instrumente mustergültigen Blues-Rock darboten, sang Sicilia im Stile eingängiger Pop-Stücke, aber bewies im entscheidenden Moment, dass er durchaus auf Rockröhre umstellen kann. So formte sich ein ständiger Wechsel aus treibendem Rock und leichtfüßiger Elemente, die direkt für gute Laune bei den Besuchern sorgten.

Spaß hatte auch die Band. Sicilia posierte bei seinen Flitzefinger-Soli so, als stünde er schon seit Jahren auf der Bühne, Knight hob im richtigen Moment auch gerne einmal die Drumsticks theatralisch nach oben und Klimsop bewies, dass manche Musiker auch exzellente Tänzer sind.

Der Bassist nutzte den Platz vor der Bühne und machte ihn kurzerhand zur tänzerischen Begegnungsstätte zwischen ihm und den Gästen, als er mit seinem Instrument einen Abstecher ins Publikum wagte.

Musikalisch geht es nächsten Sonntag im Rack'n'Roll mit "Paul warQs" weiter. Die Gruppe stellt ihre neue CD mit dem Titel "ErklärQ mir die Welt" vor.

Quelle: RP
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