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Remscheid
Weihnachtsbäume brauchen viel Pflege

Remscheid: Weihnachtsbäume brauchen viel Pflege
Welcher Baum muss raus? Wolf Hasenclever prüft in der Schonung, welche Exemplare geschlagen werden müssen. Sie werden dann mit einem Schleifchen markiert. FOTO: nico hertgen
Remscheid. Auf dem Forstgut Ehringhausen wachsen jene Nadelbäume, die zu den Feiertagen geschmückt werden. Die Auswahl für die Ernte erfolgt im Herbst. Der ideale Baum ist zwei Meter groß, viele bevorzugen aber kleinere Exemplare. Von Michael Bosse

Bis Weihnachten sind es zwar noch gut vier Monate, doch wenn Wolf Hasenclever in seine Schonung mit Nordmanntannen blickt, dann hat er im Hinterkopf schon heute die Vorlieben der Kunden und einen scharfen Blick für die Mängel der Bäume.

"Hier ist ein Trieb abgebrochen. Den Baum können wir so höchstens noch als B-Ware verkaufen", sagt der Diplom-Forstwirt. Die regelmäßige Kontrolle der Weihnachtsbäume, das Entfernen des Unkrauts im unteren Bereich oder auch das Düngen der Fichten und Tannen gehören zum täglichen Geschäft - auch im Hochsommer und bei Temperaturen, die eher zum Grillen als zum Glühweinkonsum animieren.

Rund 3000 Weihnachtsbäume hat Hasenclever auf den Schonungen nahe seinem Haus stehen. Zudem unterhält er gemeinsam mit einem Bekannten weitere Schonungen im sauerländischen Halver. "Wir machen das hier seit fünf Generationen", sagt der vierfache Familienvater, während er seine Bäume zeigt. In Remscheid ist er einer der wenigen, die noch Weihnachtsbäume anpflanzen und verkaufen.

Zwar haben die Weihnachtsbäume des Forstguts Ehringhausen noch ein paar Monate zum Wachsen, doch mit dem Blick des Fachmanns kann Hasenclever schon jetzt sehen, welche Bäume bald weichen müssen: weil sie zu eng aneinander stehen, die richtige Höhe erreicht haben oder eben als Ausschuss aussortiert werden müssen.

"Im September und Oktober machen wir Schleifchen an die Bäume, die raus sollen. Wenn da der Schnee auf den Bäumen liegt, sieht man sonst nicht mehr, welche Bäume man aussortieren wollte." Der trockene Sommer hat den Weihnachtsbäumen nach Angaben von Hasenclever übrigens kaum zugesetzt. Problematischer war da schon der Mai, in dem es zu wenig geregnet hatte. "Auf einer Fläche, auf der neue Setzlinge gepflanzt worden waren, hatten wir einen Ausfall von rund 30 Prozent", erzählt er. Ansonsten braucht die beliebte Nordmanntanne zwei Voraussetzungen für ein solides Wachstum: eine freie Fläche und einen Südhang mit Sonnenschein.

Für dieses Jahr erwartet der Diplom-Forstwirt, der die Weihnachtsbäume im Nebenerwerb anbaut und verkauft, einen normalen Umsatz. Allerdings setzten immer wieder Wildschweinrotten den Waldbauern zu, weil sie in die Schonungen eindringen und die Erde durchwühlen. Vor allem kleine Bäume können dadurch beschädigt werden. Auch das Wetter ist nicht mehr so berechenbar wie vielleicht noch vor 20 oder 30 Jahren. "Die Wetterschwankungen nehmen immer mehr zu. Als Weihnachtsbaumerzeuger können Sie da kaum noch planen", bedauert Hasenclever. Der Verkauf der Bäume soll in diesem Jahr am Wochenende des 12. und 13. Dezembers starten. Etwa drei bis vier Tage vorher werden die Nadelbäume geerntet. Hasenclever verkauft dann direkt von seinem Forstgut aus. Die Größen beginnen bei rund 1,40 Meter und können bis über drei Meter reichen. "Der optimale Baum hat eine Größe ab zwei Metern", sagt er. Da er aber auch weiß, dass manche Familie es lieber etwas kleiner mag, hat er auch kürzere//* Exemplare im Angebot.

Egal aber, ob kurz oder lang: Eine Vorgabe muss der Weihnachtsbaum in jedem Fall erfüllen, damit er beim Käufer Zuspruch findet: "Der Kunde will einen dichten und gleichmäßig gewachsenen Baum haben", sagt Hasenclever. Da die Nordmanntanne diese Kriterien am besten erfüllt, ist sie in den vergangenen 20 Jahren zum absoluten Liebling beim Kunden geworden. Wegen ihrer weichen Nadeln ist sie zudem pflegeleicht und pikst nicht so beim Schmücken. Außerdem kommt sie nach Angaben von Hasenclever ganz gut mit dem trockenen Raumklima in den bundesdeutschen Wohnzimmern aus.

Quelle: RP
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