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Remscheid
"Welcome" für 150 Flüchtlinge in Lennep

Remscheid: "Welcome" für 150 Flüchtlinge in Lennep
150 Betten musste die Stadt innerhalb kurzer Zeit auftreiben. Sie wurden von zahlreichen Helfern der Feuerwehr aufgestellt. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. Der OB begrüßte die Ankömmlinge persönlich. In einem Kraftakt hatten viele Helfer die Pestalozzi-Schule vorbereitet. Von Stefanie Bona

"You are welcome" - mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern um 17.45 Uhr die ersten 50 der angekündigten 150 Flüchtlinge an der Pestalozzischule in Lennep. Erst kurz vor der Ankunft hatte die Stadt Remscheid Auskunft über Alter und Herkunftsländer erhalten. "Menschen aus Syrien, Mazedonien, Algerien, Guinea, Palästina, Albanien, Bosnien Herzegowina, China und Pakistan wurden uns angekündigt. Darunter 18 Kinder", berichtete Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke.

Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung am Montagnachmittag erfahren, dass Remscheid 150 Flüchtlinge kurzfristig für drei Wochen aufnehmen muss. In einer Hauruck-Aktion war innerhalb kürzester Zeit in der leerstehenden Schule alles vorbereitet worden. Federführend dabei war die Berufsfeuerwehr mit Unterstützung der Freiwilligen Wehren aus Lennep und Lüttringhausen sowie der Betreuungsverein BAF, die Mitarbeitenden der Stadt und der Johanniter-Hilfsdienst. Bereits am Montagabend war das Haus ausgeräumt, gereinigt und alle angelieferten Etagenbetten aufgestellt worden. "Eine Wahnsinnsleistung", zollte die Dezernentin den Einsatzkräften Respekt.

Ankunft an der Pestalozzi-Schule: Aus Dortmund reisten die Flüchtlinge an und wurden in dem eigens für sie hergerichteten Schulgebäude untergebracht. FOTO: Nico Hertgen

Kuscheltiere lagen auf manchem Bett, um Kindern die Ankunft zu erleichtern. In der Turnhalle wurde eine Kantine eingerichtet, das Essen liefert die Lenneper Stadtküche. Auch in Remscheid lebende Flüchtlinge brachten sich ein, um mitanzupacken oder als Dolmetscher Sprachbarrieren zu überbrücken. Weil es sich um eine Erstaufnahme handelt, da die Aufnahmestelle des Landes in Dortmund überlastet ist und dort Windpocken grassieren, standen vier Ärzte des Gesundheitsamtes für einen ersten Checkup bereit. Da gewisse Standards bei der Aufnahme - wie etwa eine Röntgenuntersuchung der Lunge zum Ausschluss von Tuberkulose - eingehalten werden müssen, bat die Stadt zudem das Sana-Klinikum um Unterstützung. Die Personalien wurden durch Mitarbeiter des Bereichs Zuwanderung erfasst.

Die Anwohner waren am Montagabend kurzfristig schriftlich durch den OB informiert worden. Eine eingerichtete Telefonhotline lief heiß. "Es gab bis zum Nachmittag eine einzige kritische Stimme, ansonsten nur Hilfsangebote. Diese Solidarität zeigt, dass diese Stadt in der Lage ist, auch eine solche Situation zu bewältigen", sagte der Oberbürgermeister. Das Ehepaar Tenhaff kam vorbei: "Wir lösen gleich gegenüber eine Wohnung auf. Sie können haben, was Sie möchten. Das sind alles gute Sachen", bot Clemens Tenhaff an. Die Kosten für die Unterbringung übernimmt das Land. Für die Sicherheit der Menschen sorgte in der ersten Nacht die Polizei, heute übernimmt diese Aufgabe ein privater Sicherheitsdienst.

Fotos: So leben die Menschen in der Flüchtlingsunterkunft FOTO: dpa, a htf tba
Quelle: RP
 
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