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Remscheid
Wenn aus Sorgen Schmerzen werden

Remscheid: Wenn aus Sorgen Schmerzen werden
Das neue Trio für die Kindergesundheit in Remscheid: (v.l.) Dr. Michael Thiel (Leiter Kinderklinik), Tanja Witte-Sieker (Leiterin Abteilung für Psychosomatik) und Dr. Gerhard Hapfelmeier (neuer Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie). FOTO: JUmo
Remscheid. Die neue Abteilung für Psychosomatik und die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Sana-Klinikum arbeiten Hand in Hand Von Wolfgang Weitzdörfer

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: "Remscheid hat eine sehr gute Versorgungsstruktur, von der Geburt bis ins Jugendalter", so lautet der Tenor des Pressegesprächs am Montagvormittag anlässlich der Vorstellung des neuen Chefarztes der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Gerhard Hapfelmeier, der seit dem 1. Juli dieses Jahres am Sana-Klinikum in Remscheid arbeitet. Gleichzeitig wurde die neue Abteilung für Psychosomatik im Kinder- und Jugendalter vorgestellt, die die Psychotherapeutin Tanja Witte-Sieker seit dem 1. April dieses Jahres leitet.

Dr. Michael Thiel, seit drei Jahren Leiter der Kinderklinik am Sana-Klinikum, freut das: "Kinder und Jugendliche, die mit psychosomatischen Problemen zu uns kommen, gehören für uns beinahe schon zum Alltag. Es gibt zwar verschiedene Studien, aber eine, der ich vertraue, spricht davon, dass bundesweit 20 bis 25 Prozent der Kinder im Alter von zehn bis 18 Jahren ein- oder mehrmals eine psychosomatische Problematik haben." Das spiegelt sich im Sana-Klinikum in rund 300$Fällen pro Jahr wider.

"Es ist mehr geworden", bestätigt auch Hapfelmeier, der zuvor in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Düsseldorf als Oberarzt gearbeitet hat und auch Erfahrungen im eher ländlichen Bereich gemacht hat: "Ich war auch in Baden-Württemberg als Oberarzt eingesetzt. Der Unterschied zwischen Ballungsgebieten und ländlichen Regionen ist gar nicht so groß, wie man meinen möchte. Und auch die Probleme sind bestimmt in gleich großer Zahl vorhanden wie vor 100 Jahren - sie sehen nur anders aus."

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die in Remscheid den sehr viel schöneren Namen "Zentrum für seelische Gesundheit des Kindes- und Jugendalters" trägt, werden im Jahr etwa 550 Patienten stationär oder teilstationär aufgenommen, dazu kommen rund 2000 ambulante Fälle.

Eng vernetzt ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie mit der Psychosomatik im Sana-Klinikum. Der Bereich befindet sich derzeit im Aufbau. Die drei Mitarbeiter - eine Therapeutenstelle ist gerade vakant und soll bald neu besetzt sein, sagt Bereichsleiterin Witte-Sieker - kommen dann ins Spiel, wenn die Kinder und die Eltern bereit für den Wechsel in den psychosomatischen Bereich sind. "Es ist unsere Hauptaufgabe, den Eltern eine Brücke zu schlagen. Wenn das Kind überfordert ist, aus welchem Grund auch immer - schulisch, privat, des Elternhauses wegen - dann kann sich das in Symptomen wie Kopf- oder Bauchschmerzen äußern, die keine organische Ursache haben. Wichtig ist dann, anzuerkennen, dass diese Schmerzen da sind und das Kind nicht simuliert", erklärt Thiel.

Im Sana-Klinikum kann nun je nach Fall-Lage entschieden werden, in welcher der verschiedenen Abteilungen der Kinderklinik am besten für die Genesung der jungen Patienten gesorgt werden kann.

Quelle: RP
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