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Serie Digitale Stadt
Wenn Daten tröpfeln statt strömen

Serie Digitale Stadt: Wenn Daten tröpfeln statt strömen
Alles auf dem Tablet - für Objektmanager Michael Kuhl sind schnelle Datenwege unerlässlich, damit der Betrieb bei Gebäudereiniger Schulten reibungslos läuft. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Schulten Gebäudedienste warten sehnlichst auf schnellere Datenanbindung. Geschäftsführer schrieb Brief an Telekom. Von Michael Bosse

Als Dienstleister in Sachen Gebäudereinigung scheint ein Thema wie Digitalisierung weit, doch auch für ein Unternehmen wie Schulten ist die virtuelle Infrastruktur unverzichtbar für die tägliche Arbeit. "Wir haben unsere Objektleiter und unsere Außendienstler mit Tablets und Handys ausgestattet", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Oliver Knedlich.

Über einen in der Firmenzentrale in der Nordstraße stationierten Server können die Mitarbeiter bei ihren Außeneinsätzen unter anderem Dienstpläne abrufen oder Rechnungen schreiben. Da die Firma bislang lediglich einen DSL-16 000-Anschluss hat, kann die Arbeit mit Inter- oder Intranet aber immer wieder zur Geduldsprobe werden, weil die Daten durch dieses "Nadelöhr" müssen. Das lange Warten auf den Datentransfer "nervt einfach und ist für alle Mitarbeiter frustrierend", berichtet Knedlich.

Da zudem die Anzahl der Mitarbeiter mit Tablets und Smartphones noch steigen dürfte, wird sich das Problem eher noch verschärfen. Man habe immer wieder bei der Telekom nachgefragt, ob nicht eine schnellere Datenleitung zur Verfügung gestellt werden könne und nur negative Antworten erhalten, erzählt der Geschäftsführer. Selbst ein Brief, den er an den Telekom-Vorstand geschrieben hatte, brachte keinen Durchbruch: "Uns wurde immer nur gesagt: Der Anschluss ist nicht verfügbar."

Dabei scheint die Lösung der digitalen Probleme nah: Genau genommen liegt sie auf der anderen Straßenseite. So gibt es für den gegenüberliegenden Fitnessclub eine Anschlussmöglichkeit an das schnellere Internet, dort liegt offenbar die notwendige Verkabelung. "Die sind höchstens 10 bis 15 Meter entfernt", sagt Knedlich. Zur Not wäre das Unternehmen bereit, sich an der Verlegung der Kabel finanziell zu beteiligen. Gelänge der Anschluss an das Netz, könnte das Unternehmen mit 50 000 kBit/s arbeiten.

Nachdem sich Schulten an die städtische Wirtschaftsförderung gewandt hat, scheint nun zumindest noch ein Ausweg offen. So soll die Telekom einen Vorantrag auf "Umzug im eigenen Haus" prüfen. Dazu könnte die Datenleitung über einen neuen Knotenpunkt im Haus verlinkt und so die Anbindung ans schnellere Datennetz gelingen.

Noch sind das aber theoretische Erwägungen: "Wir warten auf den Techniker, der zu uns kommt und die technischen Voraussetzungen prüft", sagt Knedlich.

Durch eine Nachfrage bei Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und ein Gespräch der Wirtschaftsförderung mit der Telekom sei man auf diese mögliche Lösung gekommen. Der Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung, Ingo Lückgen, zeigt sich zuversichtlich, dass dem Unternehmen nun geholfen werden kann. Der Wunsch nach einer besseren Breitbandanbindung werde immer mal wieder von Firmen an die Stadt herangetragen. Ein generelles Problem in diesem Bereich gebe es aber nicht. Das seien bislang noch Einzelfälle.

Quelle: RP
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