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Ansichtssache Theaterleitung
Wichtige Weichenstellung

Remscheid. Bekenntnisse zur Eigenständigkeit des Teo Otto Theaters klingen immer gut. Der Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte sich noch am vergangenen Wochenende bei einer Feier der Soroptimisten klar und deutlich für das Theater ausgesprochen, auch nach dem Ausscheiden von Kulturdezernent und Theaterleiter Christian Henkelmann im nächsten Jahr. Bekenntnisse gehören aber zur Kategorie Absichtserklärung. Entscheidend ist, welche praktischen Konsequenzen aus diesen Bekenntnissen folgen. Kämmerer Sven Wiertz wird wohl die Aufgaben des Kulturdezernenten übernehmen. Wiertz ist eine gute Wahl. Ihm wird nicht eine neue Aufgabe zugeschoben, die kein anderer haben will. Im Gegenteil: Die Kultur ist bei ihm in guten Händen. Wiertz kennt sich wie kein anderer verbleibender Dezernent mit den kulturellen Gegebenheiten vor Ort aus. Die Geschichte seiner Heimatstadt ist ihm vertraut, und den Wert der Kultur für Remscheid muss ihm keiner erklären. Er hat ein Herz für Kultur. So viel lässt sich heute sagen.

Wenn ein Kämmerer ein weiteres Aufgabengebiet erhält, ist das auch in den seltensten Fällen schlecht für das neue Dezernat. Denn am Ende geht es doch meistens ums Geld. Die stets vom Rotstift bedrohte Kultur könnte daher von den internen Kenntnissen des Kämmerers über die Finanzlage profitieren. Im Selbstgespräch kann der Kämmerer Wiertz mit dem Kulturdezernenten Wiertz verhandeln und dafür sorgen, das beide zufrieden aus dem Gespräch herausgehen. Zu den ersten wegweisenden Aufgaben von Wiertz gehört die Bestellung einer Theaterleitung. In seiner Doppelfunktion als Kulturdezernent und Theaterleiter hat Henkelmann dem Amt keinen Gefallen getan. Trotz aller Bemühungen um ein gutes Programm. Das Teo Otto Theater braucht eine Person, die die wichtigste Kulturinstitution der Stadt würdig repräsentiert. Die künstlerische Leitung verleiht dem Theater ein Gesicht. Sie steht für die Inhalte und die Kommunikation mit den Bürgern. Sie braucht daher innerhalb der Verwaltung ausreichend Macht, um am Ende die künstlerischen Belange nach innen und nach außen durchsetzen zu können. Mit einem Halbtagsjob oder einer Honorarkraft ist es nicht getan. An der Position der Theaterleitung zu sparen, wäre ein großer Fehler. Zum Start ins neue Amt kann sich Wiertz nichts Besseres wünschen als eine veritable Theaterleitung, die das Haus in eine neue Zeit führt.

CHRISTIAN PEISELER

Quelle: RP
 
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