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Remscheid
Wie AC/DC auf der Klarinette klingt

Remscheid: Wie AC/DC auf der Klarinette klingt
Gleich zwei Klarinetten hatte Sebastian Manz gestern in das Leibniz-Gymnasium mitgebracht. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Profimusiker Sebastian Manz stellte sein Instrument gestern den Schülern am Leibniz-Gymnasium vor. Von Anna Mazzalupi

Die Klarinette ist cool, sagt Sebastian Manz, Er spielt das Instrument, seit er sieben Jahr alt ist. Der junge Musiker, der die Herausforderung im Klarinettenspiel liebt und auch gerne verschiedene Stilrichtungen auf dem Holzblasinstrument ausprobiert, zog gestern am Leibniz-Gymnasium Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in seinen Bann.

Im Rahmen des bundesweiten, von Pianist Lars Voigt ins Leben gerufenen Projekts "Rhapsody in School" stattet der begabte Klarinettist vor seinem großen Auftritt mit den Bergischen Symphonikern im Teo Otto Theater am Abend den Schülern einen Besuch ab. Ziel des Projektes ist es, Jugendliche für die klassische Musik zu begeistern.

Das tat Manz mit viel Hingabe und großer Überzeugung. Lebhaft erklärte er den Schülern den Unterschied zwischen einer A- und B-Klarinette oder warum das richtige Blatt wichtig für den richtigen Ton ist. Das sei eine Wissenschaft für sich. Kurzerhand demonstrierte er auch seine eigene Art, das Blatt anzufeuchten: Indem er es komplett in den Mund nimmt. "Aus einer Packung von zehn Blättern funktionieren nur zehn bis zwanzig Prozent", merkte der Musiker an. Mit dieser und anderen Infos gab er Einblicke in das Dasein als Klassik-Profimusiker.

Bis zu 8000 Euro kostet eine handgemachte Klarinette. "Im Vergleich zu Streichinstrumenten ist das noch günstig", betonte Manz, der sein Exemplar ganz besonders pflegt, wenn er es einmal im Jahr in Öl baden lässt. Damit schwinge es besonders gut.

Unterhaltsam und lehrreich klärte er über die verschiedenen Ton- und Spielmöglichkeiten seines Instruments auf - Live-Hörbeispiele inklusive. Dazu zählte ein bisschen Jazz und auch etwas ungewohntere Töne für ein klassisches Instrument: Rock von AC/DC. Er demonstrierte, wie er mit der Flatterzunge "etwas schmutziger" spielen kann oder wie durch die Doppelzunge das Klarinettenspiel an Schnelligkeit gewinnt.

Zum Schluss gab er den Leibniz-Schülern noch einen Appetitanreger für das Konzert am Abend, das einige von ihnen auch besuchten. Er spielte die Kadenz, die er zu Magnus Lindbergs im Jahre 2002 veröffentlichtem Konzert für Klarinette und Orchester erst vor wenigen Tagen komponierte. Verschiedene der zuvor erklärten Effekte fanden sich darin wieder.

"Klarinette spielen braucht Energie. Als Musiker muss man kreativ sein. Aber ich mag die Herausforderung", ergänzte Manz. Deshalb freute er sich auch auf den gestrigen Abend im Teo Otto Theater , an dem er Lindbergs modernes und als "unspielbares" geltendes Werk aufführte.

Quelle: RP
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