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Remscheid
Wie Kirche und Kunst voneinander profitieren

Remscheid. Beim Jahresempfang des evangelischen Kirchenkreises Lennep ging es um eine "sperrige Partnerschaft". Von Stefanie Bona

Kirche und Kunst - das war und ist kein spannungsfreies Verhältnis. Kunst sei aus der Kirche nicht wegzudenken, wenngleich es sich mitunter um eine "sperrige Partnerschaft handele", sagte Hartmut Demski, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, beim Jahresempfang am Freitagabend. Wie alljährlich am Vorabend des Reformationstages lud der Kirchenkreis Vertreter aus den zugehörigen Kirchengemeinden in Remscheid, Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen, der katholischen Kirche, aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Schulen und Wirtschaft zum Austausch in den Vaßbendersaal am Remscheider Markt ein.

"Wir sind heute ein bunter Haufen", sagte Demski lächelnd und dankte allen Gästen "für die Unterstützung und Wertschätzung unserer Anliegen." Die Evangelische Kirche in Deutschland bewegt sich mit mittlerweile großen Schritten auf das 500. Reformationsjubiläum in 2017 zu. Auf dem Weg dorthin wird in jedem Jahr ein neuer Schwerpunkt gesetzt. Das Themenjahr 2015 lautet "Reformation - Bild und Bibel".

Dazu machten sich beim Kirchenkreis-Empfang zwei Experten aus unterschiedlichen Sichtweisen Gedanken. Pfarrer Johannes Beer aus Herford hat ein Ausstellungsprojekt organisiert, an dem sich 91 Kunstschaffende beteiligt haben. Damit sei eine Sammlung zeitgenössischer Kunstwerke mit Bezug zur Bibel entstanden, wie es sie in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland nicht gegeben habe, sagt der Theologe.

"Theologen haben ihre Sprache, die Künstler die ihre. Wenn wir aufeinander hören, kann der Dialog fruchtbar sein", forderte der Pfarrer die Kirchen auf, "die Besten unserer Jahre in unsere Räume zu holen und mit ihnen das Gespräch zu suchen." Dass dies gelingen kann, schilderte Burkhard Siemsen, Maler, Bildhauer und Glasmaler aus Kaarst, der in vielen Kapellen und Kirchen Aufträge zur Gestaltung erhalten hat, dabei Freiräume erhielt, sich aber selbst auch hinter der Arbeit zurücktreten ließ. "Künstler und Kunst haben keine schöpferische Funktion, sondern eine dienende", beschrieb er seine Vorstellung von einer Zusammenarbeit mit den kirchlichen Auftraggebern.

Hartmut Demski dankte den beiden Referenten für ihre persönlichen, fachkundigen Ausführungen. In einer Zeit, in der viele andere Themen auch den Kirchen kaum Luft zum Atmen ließen, könne die Begegnung von Kunst und Alltag, von Spiritualität und Engagement neue Impulse im Einsatz für Humanität im alten Europa setzen, spielte Demski dann auf die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingskrise an.

Quelle: RP
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