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Remscheid
Wie Remscheid klimafreundlicher wird

Remscheid: Wie Remscheid klimafreundlicher wird
Zugeparkte Kölner Straße - die Grünen fordern ein Verkehrskonzept für Lennep und eine Untersuchung der Verkehrsströme rund um das DOC. Den historischen Stadtkern Lenneps wünschen sie sich autofrei. FOTO: Moll (archiv)
Remscheid. Die Grünen fordern eine Verkehrswende - mit mehr E-Mobilität, besserem ÖPNV, Rad- und Fußgänger-Verbindungen. Von Solveig Pudelski

In Kopenhagen erobern Radfahrer die Straßen. Die Luft ist sauberer, der Verkehrslärm gemindert, Staus gehen zurück, die Aufenthaltsqualität wächst. Von solch einer verkehrspolitischen Ausrichtung ist Remscheid zwar weit entfernt. Aber gleichzeitig möchte die Stadt ihr Klimaziel erreichen: Zehn Prozent weniger CO2-Ausstoß bis 2022 - sechs Jahre Zeit. Für die Grünen ist diese Messlatte, aber auch das geplante DOC mit neuen Verkehrsströmen Anlass, nochmals eine Verkehrswende zu fordern und dafür jetzt die Weichen zu stellen. Politische Anträge und Bürgerkampagnen sind als Anschub gedacht, sagte Fraktionssprecherin Beatrice Schlieper gestern in einem Pressegespräch. So wolle man Menschen am Bahnhof Lennep für die "grünen" Ideen gewinnen. Bessere Bedingungen für den Radverkehr sind dabei nur ein Element.

Das sind die Anträge:

Ein Vorbild: In der dänischen Hauptstadt kann jeder kostenlos Leihräder nutzen. Viele Kopenhagener sind aufs Fahrrad umgestiegen.

Mehr Elektromobilität Stadt, Stadtwerke und andere städtische Töchter sollen in einer Vorbildfunktion ihre Fuhrparks auf E- und Erdgasfahrzeuge umstellen, sagte Lars Jochimsen, Sprecher der Arbeitsgruppe Umwelt bei den Grünen. Die Infrastruktur sollte ausgebaut werden: mehr Ladestationen in Parkhäusern und auf öffentlichen Plätzen.

Individualverkehr verändern Die Stadtverwaltung soll Carsharing-Angebote im Städtedreieck fördern. Mehr Wohngebiete und Einkaufszonen sollen in Tempo 30-Zonen umgewandelt werden, was durch den aktuellen Vorstoß des Bundesverkehrsministers erleichtert werde. Denkbar seien auch sogenannte Shared Space - Verkehrsbereiche, die sich alle gleichberechtigt teilen, nach dem Motto jeder arrangiert sich mit dem anderen. "Denkbar wäre das auf der Alleestraße oder in der Spielberggasse", sagte David Schichel, stellvertretender Fraktionssprecher. Positive Erfahrungen mit Shared Space hätten Erfurt und Berlin gesammelt.

Verkehrswende für den Bus- und Schienenverkehr Für die Grünen ist klar: Die Region muss besser angebunden werden. Weil eine direkte Bahnanbindung bisher gescheitert ist, könnte ein Schnellbusnetz nach Leverkusen eine Ad-hoc-Maßnahme sein. Von Leverkusen aus könnten die Pendler nach Köln umsteigen - Remscheid wäre dann für Domstädter als Wohnort attraktiver. Taktzeiten im Fahrplan müssten kundenfreundlich angepasst werden.

Fuß- und Radwegeverkehr Die Stadt soll sich für den Ausbau von Fuß- und Radewegeverbindungen einsetzen und dafür Fördermittel einwerben. Die Balkantrasse benötige eine Anbindung an Lüttringhausen und in Richtung Müngsten/Solingen. Schichel: "Wir schlagen eine Fahrradbrücke über die Schlachthofstraße vor." Ein Konzept für eine Radstation am Bahnhof Lennep sowie Leih-Fahrräder und -Pedelecs solle erarbeitet werden.

Für die Grünen hängt das Gelingen des DOC-Projekts entscheidend von der Lösung der Verkehrsprobleme ab. Mit einer Anbindung des DOC an Radtrassen, Shuttle-Verkehr zum Bahnhof und zu den Gemeinden im Umkreis könnten viele zum "Umsteigen" bewegt werden.

Quelle: RP
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