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Remscheid
Wie Schüler den richtigen Beruf finden

Remscheid: Wie Schüler den richtigen Beruf finden
Schornsteinfegerin, Koch, Polizistin - wem passt welche Mütze? Auch in Remscheider Schulen soll nun das Potenzial von jungen Menschen genauer unter die Lupe genommen werden, um die richtigen Weichen für die Berufswahl stellen zu können. FOTO: Hertgen Matzerath , Bauer
Remscheid. Remscheid nimmt am Landesprogramm "Kein Abschluss ohne Anschluss" teil. Erste konkrete Schritte folgen jetzt. Von Solveig Pudelski

Viele Schüler wirken orientierungslos, wenn es um ihre berufliche Zukunft geht. Sie drehen Warteschleifen, die nicht immer zielführend sind. Künftig sollen junge Menschen leichter, zügiger und klarer ihren Weg in die Ausbildung, zum Studium, in den Beruf finden. Das Rezept dazu klingt einfach, der Aufwand ist aber größer denn je: Es gibt Schnupperangebote in Betrieben, Praktika, viel Beratung und Begleitung und eine sogenannte Potenzialanalyse.

"Neu ist, dass dies flächendeckend und verbindlich ist - alle Schüler machen mit", sagt Frauke Türk von der Kommunalen Koordinierung Übergang Schule - Beruf. Denn unter dem Titel "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) richtet sich der Fokus in ganz Nordrhein-Westfalen auf Hilfen zur Berufsorientierung.

Schornsteinfegerin, Koch, Polizistin - wem passt welche Mütze? Auch in Remscheider Schulen soll nun das Potenzial von jungen Menschen genauer unter die Lupe genommen werden, um die richtigen Weichen für die Berufswahl stellen zu können. FOTO: Hertgen Matzerath , Bauer

Motor bei der Umsetzung des Landesprogramms ist in Remscheid die mit drei Mitarbeiterinnen besetzte Koordinierungsstelle. Für Frauke Türk steht fest: Die Akteure müssen zusammengebracht werden und sich rege austauschen - Schulen, Behörden wie Arbeitsagentur, Kammern wie IHK, Arbeitgeberverband und Gewerkschaften. Alle sollen dabei helfen, dass die junge Generation klarere Perspektiven für ihre berufliche Zukunft früher entwickelt. Denn Studien belegen: Schüler sind sehr verunsichert, bleiben länger in schulischer Ausbildung, weil sie und ihre Eltern sich von mehr Bildung mehr Kapital für ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhoffen - und somit verweilen Sohn und Tochter gerne auch länger im "Hotel Mama".

In Remscheid werden nun konkrete Schritte eingeleitet, um die Berufswahl besser vorzubereiten. Die neuen Achtklässler sind die Zielgruppe, die das Programm erstmals durchläuft.

Schornsteinfegerin, Koch, Polizistin - wem passt welche Mütze? Auch in Remscheider Schulen soll nun das Potenzial von jungen Menschen genauer unter die Lupe genommen werden, um die richtigen Weichen für die Berufswahl stellen zu können. FOTO: Hertgen Matzerath , Bauer

Wie geschieht das konkret? Alle Schulen mit Sekundarstufe I laden zum Elternabend ein, an denen auch die genannten Vertreter aus der Wirtschaft teilnehmen und über Ausbildung informieren. "Das ist eine Remscheider Idee, die es so auch in den Vorreiterstädten noch nicht gab", sagt Türk. Die Gäste wollen auch Aufstiegsmöglichkeiten jenseits eines Studiums aufzeigen und so für sich werben.

Ein wichtiger Baustein ist zweitens die Potenzialanalyse, "bei der vor allem Fähigkeiten, Neigungen und Stärken ermittelt werden, die jenseits der schulischen Leistungen liegen", sagt Frauke Türk. Das können soziale Kompetenzen oder auch ein ausgeprägtes handwerkliches Geschick sein. Zwar begleiten Lehrer ihre Schüler intensiver denn je bei der Berufswahlvorbereitung während KAoA, aber diesen Part gebe man bewusst in die Hände externer Fachleute, sagt Türk. In Remscheid erhielten die "Arbeit Remscheid" und das "Bergische Institut für Weiterbildung" den Zuschlag, rund 500 Achtklässler diesem Test zu unterziehen. Bis Weihnachten soll er abgeschlossen sein.

Im Frühjahr erleben die Achtklässler an drei Schnuppertagen in jeweils unterschiedlichen Betrieben und Firmen Berufsalltag hautnah mit. Das sei eine Art Berufsfelderkundung, aber nicht mehr als ein allererster Eindruck. Später, in der neunten Klasse folgen durch zwei- bis dreiwöchige Betriebspraktika, die Erfahrungen in ausgewählten Berufsfeldern intensiviert. Am Ende sollen alle Ergebnisse in eine schriftliche Anschlussvereinbarung münden - in Remscheid wird es erstmals 2017 solche "Verträge" geben.

Quelle: RP
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