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Remscheid
Wie sich Kinder Gott vorstellen

Remscheid. Im Rathaus sind Bilder von Schülern und Senioren aus der Stockder Stiftung zu sehen, in denen sie ihre Vorstellung von Gott zeigen. Von Anna Mazzalupi

Sie sind ganz unterschiedlich und haben doch etwas gemeinsam: Die Bilder der Ausstellung "Bilder von Gott" in der ersten Etage des Remscheider Rathauses zeigen, was sich Menschen ab dem Kindesalter vorstellen, wenn sie von Gott hören. Neben Farben und Licht zeigen sie Menschen, Häuser, Landschaften oder Straßen.

Die vielfältige Mischung des Projekts geht auf die Initiative von Pfarrer Hans Jürgen Roth zurück. In einem Seminar zu den zehn Geboten im Jahr 2013 reifte der Gedanke, da ein Gebot "Du sollst dir kein Bild von Gott machen" lautet. Stück für Stück sprach Roth verschiedene Einrichtungen an. "Mit Menschen über religiöse Ansichten zu sprechen und welche zu suchen, war das Ziel", erklärte der Pfarrer ins seiner Ansprache vor dem zahlreichen Publikum.

Neben den Schülern der Katholischen Grundschule Menninghausen malten auch die Kinder des Familienzentrums St. Bonaventura. Daraus ergab sich eine Kooperation mit der Stockder-Stiftung. Kinder und Senioren malten zusammen und inspirierten sich gegenseitig. "Die Kinder haben die Bewohner mitgetragen und sind ganz unbefangen an das Thema rangegangen. Im gemeinsamen Austausch haben sich Freiheiten ergeben", sagt Jutta Berendes, Einrichtungsleitung der Bergischen Alten- und Pflegeeinrichtungen Remscheid (BPR).

Das Haus Lennep, das ebenfalls zur BPR gehört, beteiligte sich auch an der Aktion. Mit einigen Werken, darunter auch Fotografien, ist zudem auch die Luthergemeinde dabei. Die Kunstwerke stammen aus einem eigenen Projekt und passen ideal. Zudem bringen den ökumenischen Aspekt in die Ausstellung ein.

Das Ergebnis von "Bilder von Gott" sei ein repräsentatives Bild über die Vorstellungen von Gott in unserer Zeit, urteilte Marianne Hülser, Rektorin an der Katholischen Grundschule Menninghausen. "Die Bilder der Kinder haben uns berührt, erstaunt, zum Lächeln und Nachdenken gebracht und manchmal auch zum Erschrecken", fügt die Lehrerin hinzu.

Die Bilder sind zum Teil sehr persönlich. Für eine Fünfjährige ist Gott zum Beispiel im Krankenhaus bei ihrem Opa. Ein anderes Bild zeigt ein Haus, über das Gott wacht. Eine Woche vor der Entstehung war bei der Familie eingebrochen worden. Auf diese Weise erzählen die Werke nicht nur von Ansichten, sondern auch von persönlichen Erfahrungen und Gefühlen.

Für die Besucher der Vernissage gab es ein Buch mit den Bildern als Präsent. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Februar während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Quelle: RP
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