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Serie Stadtgeschichte(n)
Wie sich Lennep aus der Asche erhob

Remscheid. In einer Serie stellen wir besondere Fundstücke aus dem Remscheider Stadtarchiv vor. Es sind historische Dokumente, die Geschichte und Geschichten erzählen - wie die einer Urkunde zu den Stadtrechten Lenneps aus dem 16. Jahrhundert. . Von Bernd Bussang

In einem Kartenschrank des Stadtarchivs ist das gute Stück sicher verwahrt. Es ist das älteste Dokument, das Stadtarchivarin Viola Schwanicke in ihrer großen Schatzkammer verwahrt. Die Notariatsabschrift aus dem 16. Jahrhundert dokumentiert eine weit ältere Urkunde, datiert vom 1. Oktober 1325. Darin bestätigt Graf Adolf von Berg der Stadt sogenannte Privilegien, wie etwa das Markt- und das Münzrecht, die er um das Gerichtsrecht erweiterte. Ein wichtiges Dokument auch insofern als es eine Stadterhebungsurkunde nicht mehr gibt. Lennep erhielt zwischen 1259 und 1276 die Stadtrechte und gehört damit zu den ältesten Städten des Bergischen Landes. Neben Wipperfürth (1222), Ratingen (1276) und Düsseldorf (1288) galt Lennep zudem als eine der vier Hauptstädte des Herzogtums Berg. Doch haben vermutlich Brände das Papier zerstört. Im selben Jahr, Anfang 1325, hatte ein solcher Brand gewütet, offenbar mit der Folge, dass der Herzog die Privilegien neu bestätigen musste.

Lennep war bereits im 13. Jahrhundert eine prosperierende Wirtschaftsmetropole, war Mitglied der Hanse und unterhielt mehrere Handelsniederlassungen. Im Laufe des 14. Jahrhunderts erstarkte die Tuchindustrie. Trotz mehrerer verheerender Stadtbrände ließen sich die Lenneper nicht unterkriegen und bauten ihre Häuser wieder auf. Der mittelalterliche Stadtgrundriss eines Rundlings ist bis heute erhalten, viele Häuser stammen noch aus alter Zeit und wurden glücklicherweise vom Bombardement des Zweiten Weltkriegs verschont.

Quelle: RP
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