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Remscheid
Wieder Freu(n)de gewonnen

Remscheid. Christa Pusch arbeitet seit einem Jahr ehrenamtlich in der Ausleihe der Stadtteilbücherei Lüttringhausen. Sie folgte einem Aufruf der Lütteraten. Die neue Aufgabe gibt ihr nach harten Rückschlägen im Leben Auftrieb. Von Solveig Pudelski

Wenn Christa Pusch von ihrem ehrenamtlichen Engagement erzählt, sprühen ihre Augen vor Freude. Seit einem Jahr arbeitet die Lütteratin ehrenamtlich in der Ausleihe der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen. Der Dienst am lesefreudigen Menschen und der Einsatz für die gute Sache haben ihr im Leben wieder viel Auftrieb gegeben. Denn aus gesundheitlichen Gründen hat die Bezieherin einer Erwerbsunfähigkeitsrente so manchen Tiefpunkt überwinden müssen. "Die Arbeit hat mich zurück ins Leben gebracht. Ich bekomme so viel zurück", schwärmt die 60-Jährige – voller Dankbarkeit.

Fit im Umgang mit dem PC

Zur Erinnerung: Um die kleine, aber feine Bücherei an der Gertenbachstraße zu retten, ist der Förderverein "Die Lütteraten", Verpflichtungen der Stadt gegenüber eingegangen. Um städtische Ausgaben für Honorarkräfte im Büchereidienst streichen zu können, brauchte man Ersatz. Rund 30 Ehrenamtliche springen dank der Initiative des Fördervereins seither in die Bresche. Sie unterstützen die Bibliothekarinnen in der Ausleihe und beim Einsortieren der Bücher. Letzteres kann Christa Pusch aufgrund ihrer Gehbehinderung nicht erledigen. Dafür ist sie als gelernte Bilanzbucherhalterin fit im Umgang mit Computer und Internet.

Rückgaben von Medien registrieren, Ausleihen verbuchen, Rerservierungen von Büchern, Fragen beantworten – das sind ihre Aufgaben hinter dem Tresen in der Parterre des Gebäudes. "Und manchmal fragt man mich auch nach einem Buchtipp", meint sie lächelnd. Auch dabei ist sie in ihrem Element. "Ich bin eine Leseratte und selbst fleißige Ausleiherin", meint sie. Als sie in der Zeitung den Aufruf der Lütteraten las, freiwillige Helfer mögen sich melden, fühlte sie sich gleich angesprochen. Als gebürtige Lüttringhauserin blätterte sie schon als Zwei-, Dreijährige in der – damals im Rathaus untergebrachten – Stadtteilbücherei in Büchern. Die Idee, etwas zu deren Rettung beitragen zu können, beflügelte ihren Elan. Nachdem sie 30 Jahre in Berlin gelebt hatte, verschlug es sie wieder in ihre alte Heimat. "Ich musste hier einfach wieder Anschluss an Menschen finden, unter Leute kommen", nennt die Ruheständlerin einen weiteren Grund für ihr Engagement. Der Gedanke, nur zu Hause die Zeit zu verbringen, erschreckte sie. Als sie sich bei den Lütteraten meldete, fragte man gleich nach, was sie denn gerne machen würde. Der Büchereidienst erschien beiden Seiten ideal.

Behutsam arbeiteten sie die Bibliothekarinnen ein. Rund fünf Stunden pro Woche leistet sie nun am Tresen Dienst. "Zeitweise ist der Andrang so groß, da kommt man kaum zum Luftholen", erzählt sie. Der Kontakt zu Lesefreudigen, aber auch zu den Lütteraten ist für sie der schönste Lohn der ehrenamtlichen Arbeit.

Quelle: RP
 
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