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Remscheid
Wijus fordern Öffnung der unteren Allee

Remscheid. Die Jungunternehmer ziehen 13 Jahre nach dem Besuch des Stadttesters Christian Klotz eine düstere Bilanz. Von Bernd Geisler

Die untere Alleestraße ist tot - davon sind die Wirtschaftsjunioren Remscheid (WiJus) überzeugt. Vor 13 Jahren hätten sie die Initiative ergriffen und den weltweit anerkannten Städtetester Christian Klotz nach Remscheid eingeladen, um die Einkaufssituation in der Remscheider Innenstadt zu begutachten, sagte Jan Wilhelm Arntz, damaliges Vorstandsmitglied der WiJus.

"Damals war die untere Alleestraße bereits ein kümmerliches Pflänzchen", sagte Gabi Marx, ebenfalls im damaligen Vorstand. Aber jetzt sei sie tot. Man wolle jetzt niemand an den Pranger stellen und Schuldzuweisungen verteilen. Es sei gleichwohl traurige Tatsache, dass die damals aufgezeigte Perspektive eines "dramatisch negativen Strukturwandels" sich bewahrheitet habe. Die WiJus sehen sich nach diesen 13 Jahren in ihrer Meinung gestärkt.

Dr. Helmut Kempkes, derzeitiger Vorstandssprecher, will die Tatsache einer verödeten unteren Alleestraße als für alle sichtbares Menetekel für einen weiteren Verfall der Remscheider Innenstadt zusammen mit seinen Kollegen der WiJu nicht auf sich beruhen lassen: "Dieses Mahnmal könnte auch auf einen eventuellen Niedergang der oberen Alleestraße hindeuten." Es gelte, den Einzelhandel zu stärken und die nach wie vor in Remscheid vorhandene Kaufkraft daran zu binden.

Das DOC in Lennep sei gut, warum nicht die Remscheider Innenstadt als Gegenpol dazu neu beleben? "Wenn eine Pflanze tot ist, dann entfernt man den verrotteten Stumpf und pflanzt sie neu", weiß Gabi Marx. Die WJ sehen als ersten Schritt nur eine Möglichkeit, um die Innenstadt attraktiv zu machen: Öffnen der unteren Alleestraße für den Verkehr. Thorsten Kapitza aus dem Beirat erinnerte daran, dass dies bereits als Versuch gestartet worden war, dann aber wegen der eventuellen Rückzahlung von Fördermitteln (die seinerzeit zum Ausbau der Alleestraße als Fußgängerzone verwendet worden waren) wieder eingestellt wurde. Wenn Fördermittel für eine Fehlentwicklung verwendet wurden, bedeute das nicht zwangsläufig, mit Gedeih und Verderb an diese Fehlentwicklung festzuhalten, sagte er.

Nachdem das Kind nunmehr in den Brunnen gefallen sei, fordern die WiJus einen Neuanfang. "Der Schlüssel heißt: ,Einkaufen als Erlebnis'", sagte Arntz. Damit könne der Einzelhandel gegenüber dem Kauf im Internet bestehen. Beispiele dafür gebe es in anderen Städten genug. Kempkes schlug vor, eine Einladung von Christian Klotz anzunehmen, sich entsprechende Städte wie München oder Bad Reichenhall mit funktionierenden Konzepten anzuschauen.

"Wenn die Konzepte stimmen, dann finden sich auch Investoren, die die Finanzierung übernehmen", sind die Wirtschaftsjunioren überzeugt.

Quelle: RP
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