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Remscheid
Willkommen in der Scheune

Remscheid: Willkommen in der Scheune
ornelia Mellinghaus Mache und íhr Ehemann Dieter Mache (beide sitzend) mit dem Architekten-Ehepaar Wibke und Harisy Alisic-Haverkamp FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Aus einem früheren "Kartoffelhof" hat sich ein Remscheider Ehepaar einen Traum erfüllt. Aus Stall und Scheune wurde ein modernes, geschmackvoll designtes Loft. Von Bernd Geisler

Zum Tag der Architektur am Sonntag öffnete das Ehepaar Cornelia Mache-Mellinghaus und ihr Mann Dieter Mache die Pforten ihres Hauses am Birgdener Berg 12. Früher - im Jahr 1952 - war dieses Hauses einmal eine Scheune, die zum "Kartoffelhof" gehörte. "Der Name stammt aus der Zeit, als im letzten Krieg sich die Bevölkerung hier etwas zu Essen besorgt hat", sagt Dieter Mache. Während der Führung durch die zwei Etagen - Erdgeschoss und früherer Keller - wird schnell klar: Von Kartoffeln ist hier nicht mehr die Rede. Dafür aber um so mehr von einer Wohnlichkeit, die geprägt wird von klarer Geradlinigkeit und einheitlichem Design.

Auf den ersten Blick alles sehr großzügig - wie mit dem Lineal gezogen. Weiße Wand- und Deckenflächen sorgen für unangestrengte Luftigkeit und Transparenz, den unausweichlichen Kontrast dazu liefern Stahl und Holz. Der Fußboden erinnert an Beton und könnte glatt aus einer Fabrik stammen, Fußbodenheizung sorgt für Wärme.

FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Der zweite Blick erzeugt aufkommende Behaglichkeit schon allein durch einen großen dunkel-hölzernen Esstisch mit dazugehörigen Stühlen. Sie setzt sich im dahinterliegenden "Wohnzimmer" fort. Die durchgehende Weite der Räume im Erdgeschoss - Eingangsbereich, Wohnküche und Wohnraum - verführt zum tiefen, entspannenden Luftholen. "Objekte" nennt die Architektin Wibke Alisic-Haverkamp kleine, farbenfrohe Elemente, die überall an der Wand an Stahlmagneten haften. So kann schnell mal "umdekoriert" werden. Das breite, weiße Fensterbord schafft Platz zum Kochen mit fantastischem Blick in Remscheids grüne Gegend.

Das Ehepaar Martina und Wilfried Brüssermann hat wie so viele die Gelegenheit genutzt, diese interessanten Privaträume zu besichtigen. Sie selbst wohnen in einem Haus der Gründerzeit in Wuppertal. "Das moderne, luftige und klare Design passt wunderbar zum Betonboden und den warmen Holzmöbeln", sagt Martina. Über eine schwungvolle, massive Stahltreppe führt der Weg nach unten in den ehemaligen Kuhstall. "Hier liegen hintereinander vier Räume in einer Flucht", erläutert Cornelia Mache-Mellinghaus. Durch Glasschiebe-Elemente getrennt erzeugen sie eine Weite, die man einem "Keller" niemals zugetraut hätte. Und hier auch wieder schneidig-brillante Harmonie: diesmal mit Holz und Glas im Bad sowie im Schlafzimmer durch die roten, warmen Ziegel eines Stücks des freigelegten Originalmauerwerks.

FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

"Alle elektrischen Leitungen sind auf der anderen, nicht sichtbaren Seite der Räume verlegt", sagt die Hausherrin. Der Raum soll wirken, nicht seine Infrastruktur hinter den Kulissen. Als Designerin beteiligte sie sich mit spürbarer Hingabe an der Gestaltung der Räume. Herausgekommen ist eine durchgängige Synthese zwischen Bewusstsein und Behaglichkeit, Rationalität und Emotionalität. Was braucht man, um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen? "Vorstellungsvermögen, viel Gefühl und viel Kraft", sagt die Architektin. Und, augenzwinkernd, "eine gute Bank".

Quelle: RP
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