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Halbzeit-Bilanz mit Sven Wolf (SPD)
"Wir muten dem Stadtteil viel zu"

Halbzeit-Bilanz mit Sven Wolf (SPD): "Wir muten dem Stadtteil viel zu"
SPD-Fraktionsvorsitzender Sven Wolf. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Zur Hälfte der Ratsperiode spricht der Fraktionsvorsitzende über Lennep und Projekt DOC, neue Wohngebiete und den Mangel an Gewerbeflächen. Von Henning Röser

Die Wahlperiode des 2014 gewählten Stadtrats ist zur Hälfte um. Die BM nimmt das zum Anlass für eine Zwischen-Bilanz. Den Auftakt macht die SPD mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Sven Wolf.

Das Thema Wohnen stellt Wolf, der die Farben der SPD nach der Wahl im Mai auch im Landtag weiter vertritt, beim Redaktionsgespräch an den Anfang. Er hebt hervor, dass neue Wohngebiete am Hackenberg und am Eisernstein auf den Weg gebracht wurden. Die Entscheidung, dort ohne Bauträger zu arbeiten, sondern dies in städtischer Eigenregie zu machen (eine Anregung des abgewanderten Referatsleiters Robin Denstorff) sei richtig gewesen. Was noch fehle im städtischen Portfolio seien Flächen, wo Häuser mit großzügigem Platz drum herum entstehen könnten.

Positive Entwicklungen sieht Wolf auch im Bereich Freizeit. Die Ansiedlung eines Multiplex-Kinos am Hauptbahnhof nennt er als größten Erfolg. Auch wenn es bis zur Eröffnung noch dauert, ist Wolf zuversichtlich, dass der Kinobesuch durch die wachsende Konkurrenz von Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime nicht aus der Mode kommt. "Ein Kino-Besuch ist ein Event", sagt der Filmfan Wolf, der die kinolose Zeit mit Besuchen unter anderem im Lichtspielhaus in Radevormwald überbrückt.

Erst an dritter Stelle spricht Wolf das Thema DOC an. "McArthurGlen steht zum Projekt", betont er. Viel Geld sei vom Investor bereits in Vorleistungen investiert worden. Das Lenneper DOC, das "nicht auf der grünen Wiese", sondern neben einem historischen Stadtkern entstehe, stelle besondere Herausforderungen, könne aber "Vorbild für andere Projekte" sein. Ihm sei bewusst, dass gerade die Vorarbeiten im Straßenraum eine Belastung der Lenneper bedeuten. "Wir muten dem Stadtteil viel zu." Ein großes Lob zollte er den Technischen Betrieben (TBR), die die vielen gleichzeitigen Baustellen gut im Griff hätten.

Luft nach oben erkennt Wolf beim Thema Gewerbeflächen. Bekannt lich hat Remscheid hier Interessenten nur sehr wenig anzubieten. "Ich hoffe, dass da mal Schwung reinkommt", sagt Wolf mit Blick auf die vom Rat genehmigte zusätzliche Stelle eines Gewerbeflächen-Managers bei der Stadt. Bei seinem Besuch am Stand des Städtedreiecks im vergangenen Jahr auf der Immobilien-Messe "expo real" in München habe Remscheid nur die Böker-Villa anbieten können. Das sei zu wenig.

Als "grundsätzlich gut" bewertet Wolf die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen im Rat. Nachdem es durch das Wahlergebnis und die Absage der SPD an eine Koalition mit der CDU keine festen Mehrheiten gibt, seien mehr Gespräche nötig. "Ich hatte Sorge, dass sich das Arbeitstempo verlangsamt." Das sei aber nicht so. Für die zentralen Themen DOC und Haushalt gebe es auch breite Bündnisse.

Mit Blick auf die zweite Hälfte der Wahlperiode würde Wolf gerne eine Grundsatzdiskussion darüber einleiten, "wo wir als Stadt uns in 10 bis 15 Jahren etabliert haben wollen".

Quelle: RP
 
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