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Remscheid
W.i.R.: Schultoiletten stinken zum Himmel

Remscheid. Die Wählergemeinschaft rückt ein leidiges Thema in den Fokus. Das Programm "Schule 2020" weckt Hoffnungen. Von Solveig Pudelski

Es stinkt zum Himmel - so beschreiben Eltern die Zustände in den Sanitärräumen einiger Remscheider Schulen und beschweren sich auch bei den Politikern. Offenbar ist die Geruchsbelästigung so stark, dass sich manche Kinder aus Ekel den Gang zur Toilette verkneifen. Die Stadt hofft nun, dem Problem wieder zu Leibe rücken zu können: dank des Förderprogramms Schule 2020, das Remscheid bis zu zwölf Millionen Euro beschert.

In den Fokus gerückt hat die W.i.R das unappetitliche Thema mit einer Anfrage für den Schulausschuss. Sie möchte wissen, wie weit der Umbau der Toilettenanlagen in Schulgebäuden fortgeschritten ist. "Wir müssen im Sinne der Schüler etwas gegen die Gerüche tun. Es ist nicht hinnehmbar", sagte Waltraud Bodenstedt, schulpolitische Sprecherin der W.i.R.. Als ein Beispiel nannte sie die Grundschule Struck, wo es regelrecht stinke. Insgesamt gehe es auch um Hygienestandards. "Es reicht nicht, die Böden zu wischen, der Dreck sammelt sich in den Ecken", sagte sie und schlug eine jährliche Grundreinigung vor.

"Das ist eins unserer Lieblingsthemen", kommentierte Thomas Judt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, das Problem müffelnder stiller Örtchen. Fakt sei, dass die Reinigung in unverminderter Qualität und Häufigkeit, nämlich täglich, erfolge. Seit 2008 habe man den Fokus auf Sanierung der Sanitäranlagen gelegt, in 20 Schulgebäuden sei diese auch abgeschlossen. Die Quelle des Gestanks stecke meist in den Fugen rund um die Urinale, wo der Dreck tief sitze. Um diesen Missstand zu beseitigen, können Fliesenbereiche durch größere, fugenfreie Kunststoff-Platten ersetzt werden.

Seit Remscheid jedoch Auflagen für den Stärkungspakt zu erfüllen habe, sei der Instandhaltungsetat für städtische Gebäude um die Hälfte gekürzt worden. Mit anderen Worten: Für die Sanierung der WC-Anlagen und anderes blieb dann kein Geld mehr übrig. Dies ändert sich nun mit dem "Geldsegen" aus Düsseldorf. Jährlich bis dreieinhalb Millionen Euro stehen in Aussicht, erinnerte Schuldezernent Thomas Neuhaus: "Wir bereiten derzeit eine Prioritätenliste möglicher Maßnahmen in Schulen vor." Die Wunschliste für Schulinvestitionen gehe danach zur Abstimmung in die Politik. Auf welchen Rang die Sanierung der Sanitärräume gesetzt wird, bleibt abzuwarten. Neuhaus: "Wir werden nicht alles machen können."

Quelle: RP
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