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Remscheid
Wissenschaft soll verbinden

Remscheid. Zwei kleine blumig verzierte Kaffee-Tassen hat die Delegation von Professor Dr. Vatan Karakaya, Rektor der Universität aus Remscheids Partnerstadt Kirsehir, als Gastgeschenk an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz überreicht. Mokka verbindet. Der Rektor kam mit einer fünfköpfigen Delegation ins Rathaus, um vor allem mit der Bergischen Universität ein Austauschprogramm zu vereinbaren. "Es ist für uns von großer Bedeutung, dass es Kommunen gibt, die uns herzlich aufnehmen", sagte der Rektor. Von Christian Peiseler

Die Politik des türkischen Staatspräsidenten Erdogan blieb bei dem gestrigen Besuch nicht außen vor. Professor Karakaya vertrat die Ansicht, dass der Westen den Putsch-Versuch am 15. Juli nicht richtig wahrgenommen habe. Karakaya erinnerte daran, dass das türkische Parlament bombardiert worden sei und dabei 240 Menschen starben. Er nannte die Putschisten "Landesverräter". An seiner Universität habe es auch nach dem Umsturzversuch Entlassungen gegeben. Zehn Mitarbeiter mussten gehen. Insgesamt beschäftigt die Universität 702 akademische Mitarbeiter. Laut Karakaya sei bewiesen worden, dass die Entlassenen zu den "Landesverrätern" zählen. Oberbürgermeister Mast-Weisz betonte, wie wichtig es in dieser Zeit sei, mit den Menschen aus der Partnergemeinde Kontakt zu haben, "auch wenn ich gelegentlich hinter die Politik in der Türkei ein Fragezeichen setze", sagte der OB. Sein Ziel sei es, dass die in Remscheid lebenden Türken sowohl zu Remscheid als auch zur Türkei Heimat sagen können.

An der Ahi Ervan Universität studieren etwa 19.000 junge Menschen. Zu den Spezialgebieten der Uni zählen die Agrarwissenschaften. Im Rahmen des Erasmusplus-Programms soll nun der Austausch von Studierenden und Lehrenden ermöglicht werden.

Laut Andrea Bieck, Leiterin des akademischen Auslandsamtes der Bergischen Universität, würde dieses Programm bergische Studenten mit türkischen Wurzeln darin stärken, echte Zweisprachigkeit auf akademischem Niveau zu erlangen. Andererseits biete es auch türkischen Wissenschaftler die Möglichkeit zum Auslandsaufenthalt.

Quelle: RP
 
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