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Remscheid
Wo das Handy nicht mehr klingelt

Remscheid: Wo das Handy nicht mehr klingelt
Einen Parcours der Möglichkeiten hatten die Pfadfinderinnen aufgebaut. Die Remscheider Pfadfinderinnen haben das Treffen zu Pfingsten organisiert. FOTO: Hertgen
Remscheid. Fast 500 Pfadfinderinnen aus ganz Deutschland kamen über Pfingsten am Stadtrand von Remscheid zusammen. Von Cristina Sdegovia-Buendia

Die Remscheider Pfadfinder-Mädchenschaft "Sturmvögel" richtete erstmals das große Bundesmädchenlager aus. Fast 500 Pfadfinderinnen aus ganz Deutschland kamen über Pfingsten zusammen und schlugen ihr Lager auf einer Weide in Wuppertal-Grünental auf, unweit der Remscheider Stadtgrenze.

Beste Stimmung herrschte daher am Wochenende bei den Sturmvögeln und ihren Gästen aus ganz Deutschland: Die Pfadfinderinnen hatten es sich von Samstag bis Montag trotz bergischer Witterungsverhältnisse in ihren Kohten auf der grünen Wiese in Grünental gemütlich gemacht und trotzten dem nass-kalten Wetter.

Am Sonntag luden sie interessiere Gäste in ihr Lager ein, zum "Markt der Möglichkeiten", wo sich jede Einheit mit ihren Eigenheiten präsentierte. So tischte die Bergische Einheit beispielsweise überm Feuer gebackene Waffeln auf und bastelte, in Anspielung auf das bergische Metallhandwerk, Armbänder und Ringe aus buntem Basteldraht. Die Bonner zeigten sich als wahre Karnevalisten mit Bollerwagen und Kamelle in bunten Kostümen, und die Franken bereiteten ihre landestypischen Käsespätzle zu.

Die 35-jährige Lena Philipp vom Organisationsteam gehört seit 30 Jahren den Pfadfindern an, aus tiefer Überzeugung. "Für die Jüngeren sind diese Erfahrungen einfach interessant, und sie erweitern durch solche Fahrten extrem ihren Erlebnishorizont." Einige Tage in der Natur zu verbringen, ohne Strom und ohne Handy auszukommen, sei spannend. Außerdem leben die Pfadfinder noch stark von der Gemeinschaft und ihrer Teamfähigkeit. "Ein Zelt kann man schließlich nicht alleine aufbauen", sagt Philip. Die Pfadfinderbewegung vermittle Werte, die sie in der heutigen Gesellschaft oftmals vermisst: "Uneigennützigkeit zum Beispiel oder auch der Wille, gemeinsam für eine Idee einzustehen und mit wenigen Leuten viel zu bewegen. Bei den Pfadfindern sind wir alle gleich, wir nehmen uns an, wie wir sind." Das sei in unserer Gesellschaft häufig anders. "Da bin ich, was ich habe." Die Pfadfinderbewegung lebe zwar von Traditionen, sei aber nach wie vor aktuell und beliebt bei den Jugendlichen. Gut 40 Mädchen gehören zu den Sturmvögeln, die erst vor 15 Jahren gegründet wurden. Die 13-jährige Franka etwa, seit drei Jahren Pfadfinderin, genießt vor allem das Freiheitsgefühl. "Hier sind wir nicht eingeschränkt und erleben die Natur." Hannah (19), seit zehn Jahren ein Sturmvogel, liebt die Gemeinschaft und die wöchentlichen Treffen. Und auch das erste eigene Bundestreffen fand sie super: "Es macht viel Spaß hier andere Pfadfinderinnen zu treffen und wir sind sehr stolz auf die Organisation."

Quelle: RP
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