| 00.00 Uhr

Remscheid
Wo die Farben tanzen lernen

Remscheid. Der in Wuppertal lebende Maler Milton Camilos zeigt seine Bilder in der "Central. Galerie". Von Stefanie Bona

Milton Camilos Bilder strotzen vor Energie und Vitalität. "Dass er niemals eine Kunstakademie besucht hat, kann nur verwundern", lobt Klaus Küster den Maler mit brasilianischen Wurzeln, der seine Arbeiten noch bis zum 21. August in der Central.Galerie zeigt. Auf großen Flächen hat der 46-Jährige geradezu verschwenderisch die Farbpalette bemüht, vielfach inspiriert von seiner Heimat in Rio de Janeiro sowie von Erlebnissen, seiner Familie und Freunden.

Ein Kind sitzt auf einem Stuhl oder auf einer Schaukel, für den südamerikanischen Raum typische Vogelarten zieren den Hintergrund. Wie ein Stillleben hat er eine Szenerie in einem Schlafraum festgehalten. Auf dem Bett liegt eine bunte Patchworkdecke, ein Krug mit Blumen steht auf der Fensterbank.

Camilo, wie er in der Kulturszene bekannt ist, liebt die Farbe und ist ein durch und durch künstlerischer Mensch. Nach einer klassischen Ballettausbildung arbeitete er als Tänzer in Brasilien und kam 1998 nach Deutschland, um sich hier dem Ausdruckstanz zu widmen. Auch als Choreograph startete er eine Vielzahl von Projekten. Immer blickte er dabei über den eigenen Tellerrand hinaus, vermischte Einflüsse aus anderen Kulturen und unterschiedliche Tanzstilen. Ein Unfall zwang ihn drei Jahre lang aufs Krankenlager. Diese Zeit nutzte er, um mit dem Malen zu beginnen. Die Dynamik des Tänzers findet sich auch in seinen Bildern. Gegenständlich, aber dennoch geprägt von Poesie und ein wenig geheimnisvoll und voller Rätsel sind seine Werke geradezu raumeinnehmend. "Es gibt nicht so viel gute Malerei - das ist so", urteilt Galerist Klaus Küster und freut sich, dass er den heute in Wuppertal lebenden Künstler für eine Ausstellung gewinnen konnte. Als hätte Camilo eine aktuelle Entwicklung vorausgesehen, assoziiert man den Blick auf ein mit Erwachsenen und Kindern beinahe überfülltes Boot mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik. Er habe er bei dieser, schon im Jahr 2007 entstandenen Szenerie an die Geschichte seiner eigenen Familie gedacht, erzählt er jedoch. Dass er dem Bild den Titel "Hoffnung" gab, passt zur heutigen Situation auf dem Mittelmeer.

Klaus Küster, der in einem leer stehenden Ladenlokal an der Burger Straße seine Central.Galerie eingerichtet hat, zeigt in der nunmehr fünften Ausstellung eine weitere Stilrichtung zeitgenössischer Kunst. Auf dieses breite Spektrum möchte er hinweisen und Menschen gewinnen, sich damit auseinanderzusetzen. Die Ausstellung kann nach Terminvereinbarung unter Telefon 0219135229 besichtigt werden. Erstmals gibt es eine Finissage am 21. August und 16.30 Uhr.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Wo die Farben tanzen lernen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.