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Remscheid
Wo Remscheider Persönlichkeiten ruhen

Remscheid: Wo Remscheider Persönlichkeiten ruhen
Stadtführerin Melanie Clemens erzählte vom Schloss Küppelstein, an das sich einige Teilnehmer noch erinnern konnten. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Remscheid. " 378 Meter" bot eine Führung über den Stadtfriedhof an. Melanie Clemens und Kerstin Hartmann weckten Erinnerungen. Von Anna Mazzalupi

Ein Friedhof ist ein Ort voller Mysterien, vor allem aber voller bekannter Namen, die die Stadtgeschichte prägten. "Guck mal, wer da liegt!" heißt die erste Remscheider Friedhofsführung über den evangelischen Stadtfriedhof, die die Eventagentur 378meter anbietet. Die Premiere führte entlang an schönen, alten Grabmählern und Namen von Persönlichkeiten wie Böker, Kipper oder Frantzen. Die Tour mit Melanie Clemens und Kerstin Hartmann weckte bei vielen Teilnehmern Erinnerungen an früher.

Das Schloss Küppelstein etwa, das auf die Initiative des Bierbrauers Kipper zurückging und einen tollen Blick auf die Müngstener Brücke bot, war vielen noch im Gedächtnis. In den 50er Jahren wurde die Anlage jedoch abgerissen. Seitdem ist der Waldhof dort beheimatet, der Kindern aus schwierigen Situationen ein Zuhause bietet. Auch das Bier Kipper ist ein Begriff. Das Tor zur alten Brauerei - heute eine Brache - steht noch an der Kipperstraße.

Eine ebenfalls bekannte Persönlichkeit: Carl Wilhelm Stockder. Er brachte es in Paris zu einem wohlhabenden Kaufmann und verfügte in seinem Testament, dass mit seinem Vermögen ein Armenhaus in seinem Geburtsstadtteil Vieringhausen errichtet werden solle. Das ehemalige Stockder-Haus wurde im vergangenen Jahr abgerissen.

Ganz in der Nähe ragt ein altes Kreuzmahl in die Luft, das unter Denkmalschutz steht. Die Inschrift ist schon ganz verblasst und lässt nur noch wage erahnen, wem es gewidmet wurde: Daniel Schürmann war Lehrer und reformierte mit seinem Rechenbuch den Mathematikunterricht.

Eine kleine Schatzkammer schöner Grabsteine, die zwar nicht unter Denkmalschutz stehen, aber erhaltenswürdig sind, findet sich entlang der Mauer zur Wansbeckstraße wieder. Eindrucksvolle Steine mit schönen Verzierungen reihen sich aneinander. Auch der von Ehrenbürger Carl Friedrich ist dabei, der mit seiner Stiftung die erste öffentliche Bibliothek 1901 in Remscheid finanzierte. Vorbei an vielen eindrucksvollen Grabmählern durfte auch das imposante Grab der Familie Böker nicht fehlen. Robert Böker war maßgeblich an der ersten Trinkwassertalsperre Deutschlands in Remscheid beteiligt und machte sich für die Straßenbahn in der bergischen Stadt stark. Das Wahrzeichen des Friedhofs, der Hasenclever-Engel, ist wohl die schönste Engelsfigur, vor der sich viele Besucher immer gerne einfinden. Mit einem genauen Blick lassen sich bei der Führung viele interessante Details zum Wandel der Grabkultur und zur Geschichte der Stadt entdecken.

Nächste Führung am 8. November, Infos unter www.387meter.de.

Quelle: RP
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