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Analyse Landtagswahl
Wolf oder Nettekoven - das ist die Frage

Remscheid. Die Parteistrategen beider Parteien haben den Wahlbezirk Remscheid als "instabil" ausgemacht. Es wird ein spannender Wahlabend. Von Christian Peiseler

Wer die Wahl hat, hat die Qual - das trifft bei politischen Wahlen nicht zu. Der Wähler muss sich ja nicht entscheiden, ob er ein grünes oder doch lieber ein rotes Täschchen kaufen möchte. Er muss sich entscheiden, welche politischen Antworten auf die für ihn wichtigen Fragen des gesellschaftlichen Lebens er für überzeugend hält. Und die Überzeugungskraft der Argumente hängt auch von der Glaubwürdigkeit der Personen ab. Wer die Wahl hat, hat Qualität zu prüfen.

Im Wahlkreis 35 haben nur Sven Wolf (SPD) und Jens Nettekoven (CDU) eine Chance, ein Direktmandat zu holen. Dazu muss man kein Hellseher sein. Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Beide führen die Fraktionen im Rat, beide vertreten Remscheid in Düsseldorf. Die Parteistrategen beider Parteien haben den Wahlbezirk Remscheid als "instabil" ausgemacht. Sven Wolf, der bei der letzten Landtagswahl deutlich gewonnen hatte, kann sich in diesem Jahr nicht mehr so sicher sein wie früher. Wolf muss nicht nur in Remscheid seine Stammwähler mobilisieren, er muss auch bei gut 16.000 Wählern in Radevormwald Zustimmung holen. Die Nachbarstadt gilt aber als traditionell CDU freundlicher als die Werkzeugstadt. Es kommt also für beide auf jede Stimme an. Ein spannender Wahlabend steht bevor, will man den Vorhersagen trauen, die ein Kopf an Kopfrennen prognostizieren.

In den vergangenen Tagen haben die Kandidaten noch mal neue Schminke aufgetragen und die Plakate ausgewechselt. Ihre Argumente für die je eigene Politik sind aber die gleichen geblieben. Das ist beruhigend. Beide haben versucht, mit fernsehprominenten Politikern Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Wichtiger für die Zukunft Remscheids ist aber zu schauen, welche Politik welche Auswirkungen für die Stadt hat. Der Rat der Stadt entscheidet über Genehmigungen von Festen, Tempo-Zonen, Kultur oder Gewerbesteuer. Doch wer für welche Zwecke Fördergelder, Zuweisungen und Genehmigungen erhält, wird in Düsseldorf und Berlin bestimmt. Da lassen sich bei genauem Hinschauen wichtige Unterschiede erkennen. Bei allen Parteien.

Quelle: RP
 
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