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Remscheid
Zahl der freiwilligen Ausreisen nimmt zu

Remscheid: Zahl der freiwilligen Ausreisen nimmt zu
Neue Asylsuchende treffen jede Woche in Remscheid ein. FOTO: HN
Remscheid. 131 Flüchtige haben Remscheid in Richtung Heimat wieder verlassen. Der Strom an Asylbewerbern ist unvermindert hoch, 20 kommen pro Woche. Von Christian Peiseler

Mit den vier neuen Mitarbeitern in der Zuwanderungsbehörde von Claudia Schwarzweller konnten nun Aufgaben angepackt werden, die im vorigen Jahr wegen der Überforderung der Behörden beim Flüchtlingsstrom liegengeblieben sind. Ein Jahr lang haben in Remscheid 700 Menschen gelebt, die gar keine Chance hatten, ein Asylverfahren zu beantragen. Die Stadt schickte sie mit dem Bus nach Mönchengladbach, damit der Antragsprozess überhaupt in Gang gesetzt werden konnte. Inzwischen sei man auf Stand, sagt Claudia Schwarzweller. Die Arbeit des Fachdienstes Zuwanderung könne sich nun auch wieder intensiver auf die Asylbewerber konzentrieren, die keine Perspektive haben, in Remscheid zu leben. "Wir bevorzugen die freiwillige Ausreise", sagt Schwarzweller. In 131 Fällen sei dies in diesem Jahr gelungen. Die abgelehnten Asylbewerber bekommen die Rückreise bezahlt, in manchen Fällen gibt es auch finanzielle Starthilfen in den Ländern. Die Zahl der eingeleiteten Abschiebeverfahren liegt bei 43 Fällen. 24 konnten dabei vollzogen werden, 15 haben sich nach Auskunft von Schwarzweller vor dem Vollzug erledigt. Die Personen seien untergetaucht, krank gemeldet oder doch freiwillig abgereist.

340 Menschen in Remscheid leben im Status einer geduldeten Person. Häufig seien traumatische Erkrankungen der Grund für die Duldung. "Wir müssen jeden Fall einzeln betrachten", sagt Schwarzweller. Um einen Missbrauch zu verhindern, seien die Vorschriften verschärft worden. Die Ärzte müssten ein qualifiziertes Gutachten vorlegen, das wiederum von einem Amtsarzt überprüft werde. Remscheid arbeitet mit dem Traumazentrum in Köln zusammen. Außerdem werde in kurzen Abständen geprüft, ob der Grund für die Duldung weiter besteht.

Zwar läuft die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen im Vergleich zum Vorjahr nun in geordneteren Bahnen. Aber der Flüchtlingsstrom nach Remscheid reißt nicht ab. Kamen im vorigen Jahr 1035 Flüchtige in die Werkzeugstadt, werden es am Ende dieses Jahres 700 Menschen sein. Insgesamt werden es dann knapp 1800 Flüchtige sein. "Ich gehe davon aus, dass dies auch im nächsten Jahr so weiter geht", sagt Schwarzweller.

Die meisten Flüchtigen (1.179) leben in Remscheid in angemieteten Wohnungen. 359 sind in Heimen unterbracht. Bei dem anhaltenden Zustrom wird die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Remscheid immer angespannter, sagt die Fachdienstleiterin. Das frühere Konzept, die Flüchtlinge zunächst in Heimen und später in Wohnungen unterzubringen, ist von der Realität überholt worden. Eigentlich sollte jeder Flüchtige nach einer Woche einen Termin bei der Behörde bekommen. Doch von diesem Ziel sei man trotz personeller Verstärkung noch weit entfernt. Es dauert zwischen zwei und drei Monaten.

Quelle: RP
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