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Remscheid
Zaun am Jahnplatz lässt auf sich warten

Remscheid: Zaun am Jahnplatz lässt auf sich warten
Über diesen Zaun fliegen die Bälle der Kicker - sehr zum Leidwesen der Anlieger, die hinter dem Sportplatz ihren Garten haben. FOTO: jürgen Moll (Archiv)
Remscheid. Anwohner des Sportplatzes in Lüttringhausen müssen weiterhin mit fliegenden Bällen rechnen. Von Christian Peiseler

Bettina Hülsenbeck, Anwohnerin am Jahnplatz in Lüttringhausen, wird sich noch weiter gedulden müssen, bis sie wieder gefahrlos und ungestört auf ihrer Terrasse Kaffeetrinken kann, ohne dass ihr die Bälle um die Ohren fliegen. Martin Sternkof, Leiter des Sportamtes, kann noch keinen Termin nennen, wann die Stadt den Zaun am Jahnplatz auf die ursprünglichen zwölf Meter erhöhen wird. Er habe den Auftrag an die Technischen Betriebe (TBR) weitergegeben, um ein Konzept zu erarbeiten. "Die TBR sind aber auf externe Gutachter angewiesen. Das kann dauern", sagte Sternkopf. Vor sechs Wochen hatte die BM über den Fall berichtet - und die gleiche Antwort erhalten.

Die Hülsenbecks leben in einer Einflugschneise von Fußbällen. Sie kommen als Ledergranaten vom angrenzenden Jahnplatz auf das Grundstück geflogen. Der Jahnplatz ist ein mit feinem Kunstrasen ausgestattetes Fußballfeld, das sowohl von Freizeitkickern als auch von Mannschaften des FC Remscheid genutzt wird. Die Bälle, die im Hinterhof und im Garten der Hülsenbecks landen, stammen von jener Sorte Fußballern, die nicht nur das Tor weit verfehlen, sondern auch den acht Meter hohen Zaun passieren. Eigentlich sollte er als Fangzaun die Anwohner schützen. Davon spüren die Hülsenbecks nichts. Bilanz vom Monat März: zehn Bälle von Hobby-Kickern und zehn Bälle von Spielern des FCR. Bettina Hülsenbeck hatte sie alle mit Datum und Herkunft beschriftet.

Beim Wirbelsturm Kyrill vor zehn Jahren kam der Zaun zu Schaden. Danach hieß es angeblich, mit der Reparatur wolle man warten, bis der Jahnplatz saniert und mit Kunstrasen ausgestattet sei. Vor sechs Jahren feierte die Sportszene die Einweihung der neu gestalteten Sportanlage. Alles bestens. Nur der Abfangzaun war um vier Meter kürzer geraten als vorher.

"Als Begründung hat man statische Probleme angegeben", sagte Hülsenbeck. Die Stadt hat sich lange Zeit stur gestellt und sich zunächst für nicht zuständig erklärt. Erst eine Anfrage bei der eigenen Rechtsabteilung hat ergeben, dass für die Stadt als Betreiber des Platzes doch eine Art Sorgfaltspflicht besteht.

Die CDU hat eine Anfrage für den Sportausschuss am 7. Juni gestellt, wann die Situation verbessert wird. Eine Antwort wird wohl auch sie nicht erhalten, deutet Sternkopf an. "Ich finde die Situation auch total ärgerlich", sagt der Sportamtsleiter.

Quelle: RP
 
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