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Remscheid
Zehn Jahre Hilfe für kleines Geld

Remscheid. Die Honsberger Kleiderstube feierte gestern einen runden Geburtstag. Die Arbeit der Ehrenamtler basiert auf Spenden. Von Tim Harpers

Hans Gerd Gast steht in der Honsberger Kleiderstube und lächelt. Er sieht nachdenklich aus, strahlt aber auch ein gewisses Maß an Stolz aus. "10 Jahre schon", sagt er. "Ist das zu glauben?" Die soziale Einrichtung feierte gestern Geburtstag. Seit mittlerweile einem Jahrzehnt kümmern sich ehrenamtliche Helfer mit Hilfe der Evangelischen Stadtkirchengemeinde darum, dass sozial benachteiligte Remscheider mit Kleidung ausgestattet werden. "Das fing alles 1996 an", erinnert sich Gast. "Schon damals war der Honsberg ein sozialer Brennpunkt. Unsere Idee war es, den Leuten hier gut erhaltene Kleidung für kleines Geld anzubieten." Das Jubiläum zeigt, dass die Kleiderstube auch heute noch ihre Berechtigung hat. "Der Bedarf ist nach wie vor da", sagt Gast. Voraussetzung dafür, dass es überhaupt funktioniert, sei aber die Spendenbereitschaft derer, denen es besser geht.

Das Konzept, das hinter der Einrichtung steht, ist denkbar unkompliziert. Spender aus Remscheid und der Umgebung bringen den Helfern ihre alte abgetragene Kleidung. Gast und seine 16 Kolleginnen sichten die Spenden. Das, was von ihnen für gut befunden wird, geht in den Verkauf. Der Rest wird an die Bethel-Stiftung weitergegeben. "Bei uns kommt nichts weg, was sich irgendwie noch verwenden lässt", erläutert der Helfer.

Die Verkaufsräume stehen jedem offen. Das Einkaufen funktioniert wie in einem normalen Geschäft. Der Gewinn, den die Kleiderstube erwirtschaftet, fließt zu 100 Prozent zurück in andere soziale Projekte. Da würden dann vor allem Initiativen aus dem Bereich der Kinderhilfe berücksichtigt, heißt es vonseiten der Kleiderstube.

In Sachen Flüchtlinge arbeitet die Kleiderstube mit dem Stadteilverein zusammen. "Wir haben uns damals zusammengesetzt und überlegt, wie wir uns in dieser Angelegenheit am besten zusammentun können", sagt Gast. Von der Lösung, auf sie sich verständigt hätten, seien alle Beteiligten überzeugt. "Wer hier ankommt, bekommt Gutscheine ausgehändigt", beschreibt der Ehrenamtler.  "Die können dann bei uns für Kleidung eingetauscht werden - umsonst natürlich." Damit der Betrieb funktioniert, braucht es eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer. In der Kleiderstube wird in zwei Schichten gearbeitet, um das Spendenaufkommen überhaupt bewältigen zu können.

Ein großer Teil der Helfer ist im Rentenalter. So wie Helga Pfleger. "Ich liebe meine Arbeit hier", sagt sie. "Ich war schon immer sozial eingestellt und so komme ich wenigstens unter Menschen. Es macht einfach unglaublich viel Freude, andere Leute glücklich zu machen." Genau das treibt auch ihre Kollegin Ingrid Nocco an. "Es ist schön, mit Menschen zu arbeiten", sagt sie zu den Gründen für ihr ehrenamtliches Engagement. "Außerdem tue ich es auch für mich. Wenn ich helfen kann, dann geht es mir einfach besser."

Quelle: RP
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