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Remscheid
Zeitreise zu Rittern und Handwerksleut'

Remscheid: Zeitreise zu Rittern und Handwerksleut'
Handwerkskünste live - Chragon, der Korbflechter, zeigte in Lennep fingerfertig, wie ein großer Korb entsteht. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Verkehrs- und Förderverein hatte zum Mittelaltermarkt im Hardtpark eingeladen. Alle Generationen genossen das Fest. Von Stefanie Bona

Als nach einem verregneten Nachmittag am Samstag die Abendsonne den Lenneper Hardtpark flutete, war die Kulisse für die Zeitreise ins Mittelalter perfekt. Unter Bäumen, auf den Rasenflächen und am Wegesrand hatten die fahrenden Händler, Handwerker, tapfere Ritter und holde Maiden ihre Zelte und Stände aufgebaut, die Menschen aus der Neuzeit ließen in großer Zahl ihren Alltag hinter sich. Der vom Verkehrs- und Förderverein Lennep veranstaltete Mittelaltermarkt bleibt ein Publikumsmagnet, der in jedem Jahr neu entdeckt oder von "Wiederholungstätern" immer wieder gerne aufgesucht wird.

"Das wird man nicht leid", sagten übereinstimmend Gabi und Ewald Nösges. Die Lenneper besuchen den Markt in jedem Jahr, diesmal wurde die Kamera zum Festhalten neuer Motive mitgeführt. Mit einem Krug Braunbier in der Hand wartete das Ehepaar auf das Abendkonzert von "Eulental und Absolem". "Ich mag die mittelalterliche Musik sehr", erzählte Ewald Nösges, während seine Frau gerne auch der feilgebotenen Mode einen Blick zuwarf. Währenddessen bildete sich rund ums Ritterlager ein Pulk von Neugierigen. Hier wurden unter dem Motto "Mors certa" - "Der Tod ist gewiss" - die Kräfte gemessen, alles nur zur Schau, versteht sich.

Wenige Meter weiter ließ der Schmied den Hammer mit rhythmischen Schlägen auf den Amboss fallen und motivierte gerade die kleinen Besucher, es mal selbst mit dem Bearbeiten der heißen Eisen zu versuchen. An anderer Stelle führt Chragon, der Korbflechter, in sein Handwerk ein. Kinder wurden im historisch-wackeligen Bollerwagen durch den Park chauffiert oder wagten in der Knappen-Reitschule einen kleinen Ausritt übers Gelände.

Lange Schlangen bilden sich an den Ständen mit Speis' und Trank. Kaum ein Platz blieb an den langen Tischreihen frei, wo Koboldfeuer oder Drachenglut auf feurige Art den Durst löschten. Reizvoll an der Veranstaltung ist stets das sehr gemischte Publikum. Anhänger der Mittelalterszene kamen selbstredend entsprechend gewandet, genauso beliebt ist der Markt aber bei den Lennepern selbst. Auch die junge Generation war neben vielen Familien mit kleineren Kindern reichlich vertreten. "Hier kann man sich gut zurückversetzen in die alte Zeit", befand Marie Stuppmann (20). Keine Kritik gab's am Eintritt von fünf Euro. Der sei absolut angemessen, meinte ihr Bruder Felix.

Ohne Eintrittsgelder ginge es auch nicht, sagte Verkehrsvereinsvorsitzender Klaus Kreutzer gegenüber der BM. "Auch die Teilnehmer, die nichts verkaufen, bekommen ja ein Honorar", zeigte er auf. Für den Verein sei der Mittelaltermarkt sogar ein Zuschussgeschäft, verwies er auf die hohen Kosten. "Das macht aber nichts. Der Markt ist beliebt und hat sich etabliert. Es ist ja unsere Aufgabe, den Menschen so etwas zu bieten." Auch wenn der Verein zuweilen mit der Stadtverwaltung hadert, gab es hier ein ausdrückliches Lob für die konstruktive Zusammenarbeit und für die vorherige Grünflächenpflege. Auch die Marktbeschicker waren zufrieden. "Der Veranstalter hat sich sehr viel Mühe gegeben", lobte ein Händler.

Quelle: RP
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