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Remscheid
Zwei Brüder verbindet ihre Liebe zum Jazz

Remscheid. Das Duo Julian und Roman Wasserfuhr aus Hückeswagen spielt international erfolgreichen Jazz. Die nächste CD soll im Frühjahr 2016 erscheinen. Daher werden Auftritte bis dahin etwas reduziert. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist der Jazz, der sie weit über ihre familiären Bande miteinander verbindet: Die Geschwister Roman (30) und Julian (27) Wasserfuhr aus Hückeswagen sind mit vier veröffentlichten CDs, die von der Fachpresse und den Kollegen überaus wohlwollend aufgenommen wurden, und zahllosen Konzerten in ganz Deutschland und dem umliegenden Ausland mittlerweile zur echten und ernstzunehmenden Konstante der deutschen Jazz-Szene geworden.

Auch 2015 steht die Konzertmaschine der Jazz-Brüder nicht still: "Wir kommen gerade aus München zurück, dort haben wir drei Konzerte gespielt. Davor waren wir in Mailand, was sehr eindrucksvoll war", erzählt der 30-jährige Pianist Roman Wasserfuhr. Er macht mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Julian, der die Trompete so einfühlsam wie einst Chet Baker blasen kann, schon seit vielen Jahren Musik.

Kein Wunder, steckt sie doch tief in der Familie Wasserfuhr: "Unser Vater ist Musiklehrer an der Hückeswagener Realschule und hat auch 33 Jahre lang die Schützenkapelle Wipperfeld geleitet. Unsere Mutter war lange Jahre als Sängerin unterwegs. Jetzt lernt sie Tuba, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, als einziges Familienmitglied kein Instrument zu spielen", sagt Roman lachend.

Allerdings sind es in diesem Jahr einige Konzerte weniger als sonst: "Wir schreiben gerade Songs für die fünfte CD, die im Frühjahr 2016 herauskommen soll. In 'normalen' Jahren spielen wir 40 bis 60 Konzerte pro Tour, komprimiert auf etwa zwei Monate. In diesem Jahr sind es nun weniger Konzerte, dafür aber an besonderen Orten - eben Mailand oder die Insel Föhr", erklärt Roman.

Inspirationen für das Songwriting wollen die beiden Musiker an diesen speziellen Orten sammeln. Das Schreiben der Songs machen die Wasserfuhr-Brüder in der Regel gemeinsam - und nicht immer am ureigenen Instrument, wie Roman schmunzelnd erzählt: "Es kommt gar nicht mal so selten vor, dass Julian sich ans Klavier setzt und eine Idee entwickelt. Dann holt er mich dazu und wir arbeiten diese Idee bestenfalls zu einem neuen Song aus." Manchmal sei es aber auch so, dass ein nahezu fertiges Stück im Kopf eines der beiden Musiker herumschwirre. Das werde dann im Studio aber meist doch noch durch Ergänzungen des anderen zur Gemeinschaftskomposition.

Mittlerweile genießen die Brüder die Vorteile eines eigenen Studios: "Das 'Wasserfuhr-Studio' befindet sich im Haus unserer Eltern. Über die vergangenen Jahre haben wir es nach und nach ergänzt. Das ist sehr schön, weil wir dadurch sehr unabhängig beim Komponieren und Aufnehmen sind", sagt der 30-Jährige.

Von der Qualität des eigenen Studios haben auch schon genrefremde Künstler profitiert: "Der Reggae-Künstler Gentleman hat bei uns vor einiger Zeit einen Song aufgenommen", sagt Roman, und fährt fort: "Das Studio wird auch vermietet, schließlich sind wir dort nicht rund um die Uhr."

Im Herbst sollen die musikalischen Geschwister ihre fünfte CD aufnehmen. "Ein Pre-Release-Konzert ist auch schon geplant - am 11. März in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth", kündigt Roman an. Und auch jenseits des eigenen Musik-Kosmos sind die beiden Hückeswagener schwer aktiv: "Mein Bruder hat für Agnetia Fältskog, einer der beiden ex-ABBA-Sängerinnen, ein Solo eingespielt, und ich habe einige Arrangements für den Rheinland-Pfalz-Tag mit der SWR-Big-Band sowie Roman Lob und Alexa Feser geschrieben", erzählt der 30-Jährige.

Quelle: RP
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