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Remscheid
Zwei Jugendrats-Mitglieder kandidieren erneut

Remscheid. So knapp war es für den Jugendrat noch nie: Für die anstehenden Wahlen des siebten Jugendrates im März musste die Bewerbungsfrist verlängert werden. Bis zum Stichtag hatten sich zu wenige Kandidaten beworben. Von Cristina Segovia-Buendía

"Unser Fehler war es zu denken, dass der Jugendrat ein Selbstläufer ist. Aber er muss immer wieder neu beworben werden", sagte Geschäftsführer Gerd Dietrich-Wingender. Mit vereinten Kräften haben sie nun doch 39 junge Remscheider für die Wahl gefunden, darunter auch Ertugrul Altun (17). Das Mitglied des noch amtierenden Jugendrats, hat sich, entgegen seiner anfänglichen Aussagen, doch dazu entschlossen, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.

Noch im vergangenen Monat, warb Ertugrul Altun Kandidaten für die Jugendratswahlen im kommenden März an. Selber wollte der 17-Jährige nicht mehr kandidieren: Mit dem anstehenden Abitur, würde ihm wenig Zeit für den Jugendrat bleiben, argumentierte er. Dann bewarb er sich doch. "Bei Gesprächen mit Freunden und Jugendlichen wurde ich auch immer gefragt, warum ich nicht nochmal mitmache und darauf hatte ich keine richtige Antwort." Das Argument der fehlenden Zeit trat immer weiter in den Hintergrund. "Der Jugendrat hat mein Leben stark mitgeprägt." Er habe immer die Zeit gefunden, sich zu engagieren. Wieso sollte sich das ändern? "Ich habe mir die Frage gestellt, was ich in Zukunft, ohne den Jugendrat machen würde und mir wurde klar, dass er mir fehlen würde." Wenn er gewählt würde, könnte sich Altun sogar vorstellen, den Vorsitz zu übernehmen. "Ich würde mich als Vorsitzender anbieten, weil ich es schon bei Anne-Marie (Vorsitzende des sechsten Jugendrats) gemerkt habe, dass es Sinn macht, wenn da jemand sitzt, der schon ein bisschen mehr Erfahrung hat." Ebenso wie Altun, könnte sich auch Vera Kirchner (16) bei einer Wiederwahl für den Posten anbieten. Sie sind die einzigen, die erneut kandidieren.

Anne-Marie Faßbender (18) hat vier Jahre im Jugendrat mitgewirkt. Ihr fiel es besonders schwer, die letzte Sitzung zu beenden. "Der Jugendrat war vier Jahre lang Dreh- und Angelpunkt meines Lebens. Ich liebe diese Stadt und habe mich gerne eingesetzt." Die Überparteilichkeit des Gremiums habe sie am meisten geschätzt: "Das hat uns die Möglichkeit gegeben, tatsächlich unsere eigene Meinung als Jugendrat zu äußern." Diese Unabhängigkeit wünscht sie auch dem neuen Jugendrat: "Ich hoffe, dass sich der Neue selbst eine Meinung erarbeitet und immer authentisch bleibt."

Quelle: RP
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