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Remscheid
Zwölf Stolpersteine für Opfer der Nazis

Remscheid. Zwölf neue Stolpersteine wurden gestern an zehn Orten der Stadt verlegt, für Remscheider Bürger, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ermordet wurden.

Mit den zwölf neuen Steinen sind es nun insgesamt 180 Stolpersteine in Remscheid, die gegen das Vergessen an schreckliche Taten der NS-Zeit helfen sollen. Dass es dann auch noch gleich so viele an einem Tag waren, war ungewöhnlich. Zudem war es für Jürgen Wenke eigentlich ein ganz besonderer Moment: Der 59-jährige Psychologe aus Bochum hatte zur Biografie dreier gebürtiger Remscheider recherchiert, die im Sommer 1942, im Rahmen der sogenannten "Klinkenwerk-Aktion" gegen Homosexuelle, von den Nazis ermordet wurden: Max Penz (Ahornstraße 2), Alfred Sigismund (Auf'm Heidchen 17) und Hans Hagen (Richard-Pick-Straße 10). Er wollte bei der Verlegung der Steine dabei sein und kam, mit drei rosafarbenen Rosen, um sie neben den Stolpersteinen niederzulegen. Nach langen Wochen, Monaten, manchmal sogar Jahren der Recherche, sei der Zeitpunkt der Steinverlegung wie eine Befreiung für ihn, sagt der gelernte Psychologe.

Seit 2007 hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Schicksale homosexueller Männer aus der NS-Zeit, die verfolgt, gefoltert und ermordet wurden, zu recherchieren, aufzuarbeiten und ihnen mit einem Stolperstein zu gedenken. Mit den drei Remscheidern sind es nun 24 Personen aus elf Städten, dessen Geschichte Wenke hervorgebracht hat. In Remscheid allerdings wurde er gestern vor vollendete Tatsachen gestellt: Als er zur verabredeten Uhrzeit erschien, waren die Steine aufgrund organisatorischer Patzer seitens der Veranstalter bereits vorzeitig verlegt worden. "Das ist schade", sagte Wenke enttäuscht. Er nahm sich jedoch Zeit, die Steine zu besuchen und Rosen in Gedenken an die Ermordeten niederzulegen.

(seg)
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