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Rhein-Kreis Neuss
2014 gab es weniger Firmen-Pleiten

Rhein-Kreis Neuss. Befürchtete Insolvenz-Welle nach Rauchverbot in der Gastronomie bleibt aus.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Rhein-Kreis geht zurück - das zeigt eine Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditrefom für 2014. Insgesamt registrierte das Unternehmen im vergangenen Jahr kreisweit 217 Firmenpleiten, 39 weniger als 2013. Das entspricht einem Rückgang von 15,2 Prozent. Die Insolvenzentwicklung ist damit positiver als auf Bundes- und Landesebene. Auch Düsseldorf liegt mit einem Minus von 0,2 Prozent deutlich hinter dem Rhein-Kreis.

Auch Kreissicht betrachtet könnte sich der positive Trend fortsetzen: "Für die nächsten Monate ist angesichts der wieder freundlicheren Konjunkturprognosen eher von einer Verbesserung als einer Verschlechterung der regionalen Unternehmensinsolvenz-Entwicklung auszugehen", sagt Edgar Roumen, Geschäftsleitung Creditrefom. Eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass die meisten Insolvenzen in der Dienstleistungsbranche - Beteiligungsgesellschaften, Finanzierung , Beratung, Immobilien, Handel - zu finden sind. Im Kreis fällt ein weiterer Schwerpunkt auf: die Transportbranche. Die Experten der Creditreform vermuten als Ursache eine zeitweise Exportschwäche, die sich im stark exportorientierten Kreisgebiet besonders auswirken würde.

Entwarnung geben die Statistiker der Wirtschaftsauskunftei mit Blick auf manche Prognosen, die mit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen im Mai 2013 eine Pleitewelle in der Gastronomie vorausgesagt hatten. Die aktuellen Auswertungen zeigten keine auffälligen Auswirkungen des Rauchverbots. Als stärker insolvenzgefährdet gelten junge und kleinere Unternehmen - allerdings mit rückläufiger Tendenz. Nach Einschätzung von Creditreform werden inzwischen weniger, anders als in den Vorjahren, weniger aus der Not heraus gegründet. Gerade Firmengründungen aus der der Arbeitslosigkeit heraus gelten als riskant.

Ein Signal für eine weiter positive Wirtschaftsentwicklung im Kreis leitet die Auskunftei auch aus Daten zur Zahlungsmoral von Unternehmen ab: Zahlten Firmen im Jahr 2005 ihre Rechnungen durchschnittlich nach 25,9 Tagen, fließt das Geld derzeit bereits nach 15,9 Tagen (Stand Mitte Januar). Creditrefom schließt daraus, dass es um die Liquidität der Unternehmen im Rhein-Kreis derzeit gut bestellt ist.

(ki-)
 
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