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Rhein-Kreis Neuss
228 Firmen im Vorjahr insolvent gemeldet

Rhein-Kreis Neuss. Trotz bundesweiter Hochkonjunktur gingen im Vergleich zu 2014 im Rhein-Kreis Neuss mehr Unternehmen in Konkurs. Von Oliver Burwig

Für 228 Firmen im Rhein-Kreis hat das Jahr vergangenen Jahr den Ruin gebracht - das sind gerade einmal fünf Prozent mehr als 2014. Doch trotz dieser vergleichsweise stabilen Entwicklung, die der aktuelle Insolvenzbericht des Wirtschaftsanalysten Creditreform Düsseldorf Neuss zeichnet, ist Grund zur Sorge geboten. Denn 2015 hätte eigentlich ein Ausnahmejahr sein müssen: Starke regionale Konjunktur und das Rekordtief der bundesweiten Insolvenz-Zahlen hatten eine positive Entwicklung angekündigt. Davon war im Rhein-Kreis allerdings nichts zu merken, stellen die Gutachter aus dem Hammfeld fest.

Das Vorjahr begann in der Region Neuss im Vergleich zu 2014 schon mit einer starken Zunahme der Firmenpleiten: Laut dem Creditreform-Bericht meldeten im Rhein-Kreis im ersten Halbjahr 123 Firmen Insolvenz an - ein beträchtlicher Anstieg von 18,3 Prozent. Das ließ noch Hoffnung auf einen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte, doch der stellte sich nicht ein. 105 Unternehmen meldeten Insolvenz an. Damit wurde der Vorjahreswert nur um 7,1 Prozent unterschritten. Die meisten Insolvenzmeldungen kamen laut Bericht aus den Bereichen Handel, Finanzen und Transport. Bemerkenswert: Trotz des 2013 eingeführten Rauchverbots in Gaststätten und Kneipen gingen 2015 weniger dieser Betriebe insolvent als im Jahr zuvor. Aufatmen kann die Branche deshalb noch nicht. " Schankwirtschaften und Imbissstuben weisen weiterhin eine überdurchschnittliche Insolvenzgefährdung auf", heißt es im Creditreform-Papier.

Positiv zu bewerten ist das Forderungsvolumen der insolventen Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss. Die 112 Millionen Euro aus dem Jahr 2014 schrumpften 2015 nach Hochrechnungen auf 101 Millionen. Das spiegelt auch den sinkenden Bundesdurchschnitt wider, den die Creditreform in der geringen Zahl an "Großschäden" - also gemessen am Umsatz sehr großen Insolvenzen - begründet sieht. Zum Vergleich: In der Region Düsseldorf errechnete Creditreform ein Wachstum des durchschnittlichen Forderungsvolumens von 2014 zu 2015 um 526 Prozent, in der Region Neuss dagegen ein Minus von 14 Prozent.

Die Investitionsbereitschaft der regionalen Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss ging laut dem Bericht trotz des Konjunkturhochs im Sommer 2015 "merklich zurück". Die leichten Anstiege an Insolvenzen in den Bereichen Transporte und Finanzen seien zudem als "Frühindikatoren" für eine unbeständige Konjunkturphase und sogar "globale Bedrohungslagen" zu verstehen.

Prognosen für das laufende Jahr seien laut Edgar Roumen, Leiter der Creditreform Düsseldorf Neuss, "mit erheblicher Unsicherheit verbunden." Ob der niedrige Ölpreis, die geringe Inflationsrate und steigende Einkommen die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen, ausgleichen könnten, "müssen die nächsten Monate zeigen", sagt Roumen.

Quelle: NGZ
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