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Rhein-Kreis Neuss
34 Bio-Bauern der Region schließen sich zusammen

Rhein-Kreis Neuss. Anfang der 1980er Jahre begannen die ersten Landwirte mit der Umstellung ihrer Betriebe auf biologischen Anbau. Vor rund 25 Jahren nahm dieser Trend Fahrt auf, heute gibt es am Niederrhein etwa 100 Bio-Bauern. Von Stefan Reinelt

Jeder Zweite davon tritt als Direktvermarkter auf, verkauft seine Waren auf Wochenmärkten, mit sogenannten Abo-Kisten oder in einem eigenen Hofladen. Zu dieser Gruppe gehört Heinrich Hannen vom Lammertzhof in Kaarst. Sein Hofladen ist längst zu einer Markthalle gewachsen.

Gemeinsam mit einigen Kollegen hat er jetzt den Verein "Bio-Region-Niederrhein" gegründet. Mit diesem Markenzeichen möchten die Bauern gegen den massiven Bio-Auftritt der Lebensmittelketten antreten. Sie sagen, hinter dem Qualitätsmerkmal "Bio" stünde nicht immer das, was sich der Kunde darunter vorstelle. "Trotz Deklaration können viele Verbraucher nicht unterscheiden", sagt Heinrich Hannen. Gemeint sind Richtlinien, denen sich die Betriebe anpassen müssen. So erlaubt die Europäische Union eine Teilumstellung auf Bio. "Die EU-Betriebe wachsen in großer Anzahl, sind aber hochspezialisiert auf vielleicht fünf Sachen", erklärt Hannen. Der Lammertzhof dagegen, der sich einem der drei großen Verbände Bioland, Demeter und Naturland angeschlossen hat, erfüllt deutlich schärfere Vorgaben. "Hier wird vor allem auf den Futterzukauf und die Auslaufflächen der Tiere geachtet", weiß der Landwirt. Ein hundertprozentiger Bio-Bauer produziere zudem zwischen 30 und 50 verschiedene Sachen, sagt er. "Als Bio-Region-Niederrhein möchten wir uns von diesen EU-Betrieben abgrenzen und Transparenz schaffen", sagt der Kaarster Landwirt.

Dem Verein gehören inzwischen 34 landwirtschaftliche Betriebe zwischen Borken im Norden und Dormagen im Süden an. Heinrich Hannen hat zusammen mit seinem Willicher Kollegen Harald Vienhues den Vorsitz übernommen. Ein solcher Zusammenschluss sei ein Novum in der Branche, sagen sie. Mit ihrem gemeinschaftlichen Auftreten möchten sie Fördergelder des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen bekommen. Daran partizipieren ihrer Ansicht nach bisher nur die großen Lebensmittelhändler für ihre Bio-Auftritte.

"Der Fördertopf ist voll, aber wir Bauern bekommen nichts ab", sagt Heinrich Hannen. Während die Direktvermarkter viel Entwicklungsarbeit leisten, würden andere nur gerne die Bio-Fahne hochhalten, heißt es. Für Öffentlichkeitsarbeit und Werbung hat der Verein nun 7000 Euro beantragt. Als Ziele werden der Zusammenhalt untereinander und die Stärkung der Vermarktung regionaler Bioprodukte am Niederrhein formuliert. Ein naheliegendes Argument sind die kurzen Transportwege regionaler Produkte. Die Bio-Bauern beliefern sich auch gegenseitig. Die "Bio-Region-Niederrhein" soll sich als Marke etablieren und die Wahrnehmung der Arbeit ihrer Mitglieder in der Öffentlichkeit verbessern.

Quelle: NGZ
 
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