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Rhein-Kreis Neuss
4550 Asylbewerber im Rhein-Kreis

Rhein-Kreis Neuss. Die Ausländerbehörde kümmert sich um Asylanträge, Visa und Abschiebungen.

Auf dem Weg zu seinem Büro im Kreis-Hochhaus an der Lindenstraße in Grevenbroich ist das Durchkommen für Christoph Dauben und seine Kollegen oft schwierig: Viele Frauen, Männer und Kinder warten vor den Türen auf ihren Gesprächstermin bei den Mitarbeitern der Ausländerbehörde. Produktgruppenleiter Reinhard Winkler und sein Team merken täglich, dass die Zahl der Asylbewerber im Vorjahr deutlich gestiegen ist.

Mehr als eine Million Flüchtlinge reisten 2015 nach Deutschland ein und stellten 476.000 Asylanträge. "Unser Amt ist Ansprechpartner für alle, die eine Aufenthaltserlaubnis benötigen", sagt Winkler. Auch Geschäftsleute aus Japan oder Arbeitnehmer aus Kuwait beantragen bei seiner Behörde ein Visum. Den größten Anteil machen aber zurzeit die 4550 Asylbewerber aus: Sie kommen ins Kreishaus, um Bescheinigungen als Asylsuchende zu bekommen oder sich Aufenthalts-Titel ausstellen zu lassen, wenn das Asylverfahren positiv abgeschlossen wurde.

Christoph Dauben verstärkt das Team der Ausländerbehörde seit rund einem Jahr im Bereich Asyl. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum gehobenen Dienst war das für ihn eine völlig neue Aufgabe, und er war anfangs skeptisch, ob ihm die Arbeit liegen würde. "Doch ich wurde positiv überrascht", sagt der 32-Jährige rückblickend und fügt hinzu: "Wir haben sehr viel Publikumsverkehr, und ich habe bisher überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Rund 98 Prozent unserer Besucher sind sehr freundlich. Die Menschen sind natürlich vor allem dann dankbar, wenn sie eine positive Entscheidung bekommen."

Aber nicht alle Aufgaben sind einfach. So war Christoph Dauben Anfang des Jahres an einer Abschiebung beteiligt. "Die Entscheidung ist beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefallen", berichtet er, "allerdings mussten wir sie durchsetzen und wurden mit der Wut und dem Frust der Abgeschobenen konfrontiert."

Im Alltag zugute kommen dem Kreisinspektor seine Englischkenntnisse, die er im vergangenen Jahr bei einem längeren Aufenthalt in Australien und Neuseeland auffrischen konnte. "Wenn es um rechtliche Details geht, ist aber immer auch ein Dolmetscher dabei, um zum Beispiel ins Arabische zu übersetzen", sagt Dauben. Er mag die Vielfalt seiner Arbeit: Jeder Fall ist anders, und seine Kollegen und er haben mit immer wieder unterschiedlichen Gesetzen zu tun - so wie zurzeit mit dem neuen Integrationsgesetz.

Aktuell ist die Ausländerbehörde des Rhein-Kreises Neuss für insgesamt 25.500 Menschen in Grevenbroich, Jüchen, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch und Rommerskirchen zuständig. Nur Neuss und Dormagen haben eigene Behörden.

Quelle: NGZ
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