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Rhein-Kreis Neuss
Barcamp für Lehrer zum "Digitalen Lernen"

Rhein-Kreis Neuss. Im Kreismedienzentrum entwickeln Pädagogen neue Ansätze für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Gemeinsam werden sie fort- beziehungsweise weitere Ideen entwickelt. Von Andreas Buchbauer

Das Zitat, das an der Wand des Büros von Marc Albrecht-Hermanns hängt, ruft sofort ein Schmunzeln hervor. "Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus haben wollen würde", ist dort zu lesen. Für diese Fehlprognose aus dem Jahr 1977 wurde Ken Olsen, Gründer einer Computerfirma, die später vom PC-Hersteller Compaq aufgekauft wurde, unfreiwillig berühmt. Marc Albrecht-Hermanns hingegen ist einer, der den digitalen Wandel keineswegs unterschätzt. Im Gegenteil: Seit dem vergangenen Sommer ist der Lehrer pädagogischer Leiter des Kreismedienzentrums an der Bahnhofstraße in Neuss-Holzheim. Der 46-Jährige möchte das "Digitale Lernen" in den Fokus rücken. Lehrer müssen Medienkompetenz vermitteln, das fordert nicht zuletzt die Wirtschaft. Vor allem aber sollen sie digitale Medien im Unterricht einsetzen. "Wir befinden uns mitten in einem Leitmedienwechsel", sagt er.

Wer heute die Möglichkeiten der digitalen Welt aus den Klassenzimmern ausklammere, vergebe nicht nur eine große Chance. "Das ist, als hätte man nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg gesagt: Wir setzen lieber weiter auf handschriftliche Abschriften", meint Albrecht-Hermanns. Er unterrichtet an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Dormagen. Dort hat er eine halbe Stelle, die andere halbe Stelle macht sein Job im Medienzentrum des Rhein-Kreises Neuss aus. Und da möchte er, dass Lehrerkollegen von so vielen Schulen wie möglich fit gemacht werden im Umgang mit digitalen Medien im Unterricht. Gemeinsam sollen Ansätze entwickelt werden.

Zum dritten Mal organisiert Marc Albrecht-Hermanns daher mit dem Team des Medienzentrums ein Barcamp im Rhein-Kreis Neuss. Es findet am Mittwoch, 20. April, von 9 bis 16 Uhr im Medienzentrum des Rhein-Kreises statt. Das Angebot richtet sich an Lehrer, die Teilnahme ist kostenfrei. Die Idee des Barcamps: Die Teilnehmer bringen einen Vorschlag mit, wie im Unterricht digitale Medien zum Einsatz kommen können. In Workshops und Diskussionen werden die Projekte vorgestellt, im inhaltlichen Austausch werden sie fort- beziehungsweise weitere Ideen entwickelt. Ein Ansatz, der aus Kalifornien stammt - und im Silicon Valley mittlerweile gute Tradition hat.

Beim Barcamp im Kreismedienzentrum kann es um Angebote wie Moodle, eine Software, die wie eine Art digitales Schulbuch funktioniert, um iPad-Anwendungen im Unterricht oder andere Angebote gehen. "Im Unterricht können durch digitale Medien leicht neue Impulse gesetzt werden", sagt Albrecht-Hermanns. Er selbst hat im Geschichtsunterricht neulich zum Beispiel eine Videosoftware verwendet. Schüler wurden vor einem Greenscreen gefilmt und fanden sich kurz darauf vor historischer Kulisse wieder. Und mit interaktiven Karten kann via iPad und Beamer anschaulich vermittelt werden, wie sich die Welt zur Zeit des Imperialismus verändert hat.

Die Nachfrage nach Fortbildungen zum Thema "Digitales Lernen" ist vorhanden. Für das Barcamp haben sich Lehrer aus dem Kreis sowie umliegende Städten wie Düsseldorf und Köln angemeldet. "Die Nachfrage ist in den vergangenen drei Jahren stetig gestiegen", sagt Albrecht-Hermanns.

Quelle: NGZ
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