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Rhein-Kreis Neuss
Beim Einkaufen die Region stärken

Rhein-Kreis Neuss. Zum zweiten Mal organisiert die IHK mit den örtlichen Werbegemeinschaften die Aktionstage "Heimat shoppen". Am 11. und 12. September machen die Einzelhändler auf die Vorteile des regionalen Einkaufs aufmerksam. Von Katrin Haas

Die Aktion "Heimat shoppen" soll auf die Vorteile des örtlichen Handels aufmerksam machen. Am Freitag und Samstag, 11. und 12. September, laden die Einzelhändler im Rhein-Kreis wieder zu den Aktionstagen ein. Denn: Die Anzahl der Einzelhändler in der Stadt Neuss ist seit 2007 um 15 Prozent gesunken. Das ergab das Einzelhandelsgutachten der Stadt Neuss schon im Februar diesen Jahres.

Mit diesem Wert liegt die Stadt Neuss im Durchschnitt des Kammerbezirks Mittlerer Niederrhein der Industrie- und Handelskammer. "Die Anzahl der inhabergeführten Geschäfte ist leicht rückläufig, etwa ein bis zwei Prozent pro Jahr", sagt auch Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. "Zunächst einmal hört sich dies nicht viel an. Aber wenn wir es über einen längeren Zeitraum betrachten, etwa über zehn Jahre, dann sind wir schon bei zehn bis 20 Prozent." Die Idee aus dem Rhein-Kreis übernehmen in diesem Jahr auch Händler in anderen Kammerbezirken, dazu zählen auch Städte wie Aachen, Bonn und Duisburg.

Beim Design der Werbung arbeiten Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen zusammen, dort gibt es einheitliche Flyer und Tüten. Im Rhein-Kreis haben sich viele der Werbegemeinschaften der Aktion angeschlossen. "Wir wollen deutlich machen, welche Bedeutung der Handel für das Leben in einer Stadt hat. Die Händler engagieren sich zum Beispiel in der Brauchtumspflege, bei der Weihnachtsbeleuchtung und den vielen Stadtfesten. All das würde es nicht geben, wenn es die Händlerschaft vor Ort nicht gäbe", sagt Steinmetz.

Doch das Internet als Vertriebsweg solle trotzdem nicht dämonisiert werden. Die Aktionstage sollen "beim Kunden ein kurzes Innehalten erzeugen: Was hat meine Kaufentscheidung für Konsequenzen auch für mein eigenes Umfeld?", erklärt Steinmetz.

Auch der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband unterstützt die Aktion: "Ich denke, dass es heute für jeden Händler wichtig ist, seine Onlinestrategie auszuarbeiten", sagt Jan Kaiser vom Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband, der für den Rhein-Kreis zuständig ist.

Online und "Heimat shoppen" schließe sich nicht aus. Denn wer als Kunde im Online-Shop des lokalen Einzelhändlers einkaufe, unterstütze ebenfalls die Region. Der Nebeneffekt: Im Gegensatz zu einigen großen Online-Versandhäusern zahlt der Einzelhändler Steuern in der Region.

"In den USA gibt es einen ähnlichen Tag, den 'small business day'. Dabei handelt es sich um eine große Kampagne, um die kleinen Geschäfte zu fördern. Wir stellten uns die Frage: Wie können wir dies auf kleiner Flamme umsetzen?", erklärt Andree Haack, Leiter des Geschäftsbereichs Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Mittlerer Niederrhein.

Daraufhin habe die IHK mithilfe der Hochschule Niederrhein das Konzept "Heimat shoppen" entwickelt. Im vergangenen Jahr haben der IHK zufolge etwa 60 Werbegemeinschaften mitgemacht. Eine Befragung im Rahmen einer Masterarbeit unter den beteiligten Händlern habe ergeben, dass 63 Prozent die Idee "sehr gut" und 29 Prozent sie "gut" fanden.

Im Vergleich zum letzten Jahr findet die Werbeaktion diesmal in fünf IHK-Bezirken statt. Außerdem wird die Gastronomie noch stärker miteinbezogen.

Quelle: NGZ
 
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