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Neuss
428 Grefrather Narren feiern sich im Tulpenzug

Neuss: So schön war der Tulpensonntagszug in Grefrath 2016
Neuss: So schön war der Tulpensonntagszug in Grefrath 2016 FOTO: Berns, Lothar
Neuss. Sieben Fußgruppen, sechs große und vier Wagen reihten sich Sonntag zum Umzug auf. Der befürchtete stürmische Wind blieb zum Glück aus. Von Dagmar Fischbach

Die Lüttenglehner Straße Sonntag gegen 14 Uhr: Angeführt von einem Schaf, einem Bären und einem Löwen, pilgern Scharen bunter Gestalten in Richtung Kirchfeldweg. Ihr Ziel: der Tulpenzug. Zwei Clowns auf Fahrrädern jubilieren: "Helau! Jetzt haben wir alle überholt!" Die ersten sind sie trotzdem nicht. Schon am Kreisverkehr werden sie von reichlich FBI in Empfang genommen. Ganz untypisch für den Geheimdienst, ist er leicht am weißen Schriftzug auf den schwarzen Westen zu erkennen. "Wir haben eine Mission", erklärt ihr Anführer und zeigt Richtung Mehrzweckhalle: "Kamelle fangen."

Da sind sie nicht die einzigen. Zebras, Kamele, Hasen, Clowns, ganz viele Piraten und Polizisten säumen den Straßenrand. Grefrath macht seinem jecken Motto alle Ehre: "Narren kommt von überall – Grefrath feiert Karneval." Punkt 14.11 Uhr ist es dann endlich soweit: D'r Zoch kütt! Von der Mehrzweckhalle setzt er sich ganz langsam in Bewegung. Eile ist auch nicht geboten, denn mit sechs Groß- und vier Kleinwagen, sieben Fuß- und einer Musikgruppe kommen die 428 Jecken mit ihrem närrischen Lindwurm recht flink durch den Ort.. "Aber manchmal stehen wir ja auch minutenlang auf der Stelle, weil es sich aus irgendeinem Grund staut", sagte der Vorsitzende der Karnevalsfreunde Grefrath, Marcus Kivelitz. Den Narren am Straßenrand gefällt´s. Denn dann fliegen mächtig Kamelle und Strüssje – Tulpen sind es in Grefrath immer, schließlich ist Tulpensonntag. "Wir kommen gern hierher. Es ist wunderbar familiär", sagt Kathrin Schmitz, die aus Reuschenberg zum Zug gekommen ist. Wie sie kommen trotz des großen "Konkurrenzzuges" in der Innenstadt, Jahr für Jahr viele Besucher aus den umliegenden Stadtteilen Holzheim, Reuschenberg, Büttgen oder Röckrath.

Neuss: So schön war der Kappessonntagszug 2016 FOTO: Woitschützke, Andreas

Und sie machen bei wunderbar warmem und trockenem Wetter reichlich Beute. Die achtjährige Alexa hat ihren Beutel schon ganz schön voll gepackt. "Chips, Gummibärchen, Bonbons. Das gucken wir aber alles erst Zuhause richtig an", erklärt sie und sichert sich noch schnell ein paar Stangen Brausepulver, die vom Zirkuswagen des Kindergarten-Prinzenpaares fliegen. Im Gegensatz zu den erwachsenen Karnevalisten, die nur jedes elfte Jahr einem Prinzenpaar zujubeln können, haben die Kinder in jedem Jahr ihre Tollitäten. Diesmal regieren der sechsjährige Prinz David (Pires) und seine gleichaltrige Venetia Kristin (Düffel).

"Die Marsianer" bedenken die Jecken am Straßenrand mit reichlich Gaben. Die Männlein und Weiblein haben aber auch Grund zum Feiern: Tags zuvor haben sie mit ihren grellen Verkleidungen den ersten Platz beim Preiskostümball belegt. Die zweitplatzierten "Jordan Jecken", als Neon-Schmetterlinge" mit dem Wagen im Zug, stehen ihnen in puncto Feierlaune in nichts nach. Bauarbeiter tragen zur Freude der jungen Narren Schilder mit der Aufschrift: "Betreten der Baustelle nur für Kinder erlaubt", durch den Zug, in dem ein Wagen voller abgeschnittener Schlipse auffällt: "Altweiber Trophäen", klärt ein Banner auf.

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