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Kappessontagszug in Neuss
So feiert Neuss Karneval am Straßenrand

Neuss: So schön war der Kappessonntagszug 2016
Neuss: So schön war der Kappessonntagszug 2016 FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Bei gutem Wetter regnete es gestern ausschließlich Kamelle für die Jecken an der Breite Straße. Von Sebastian Bergmann

Den Kappessonntagszug aus der ersten Reihe zu verfolgen, ist für Michael Greis und seine Familie schon Tradition. Mit Freunden und Verwandten trifft er sich seit etwa zehn Jahren vor der Wohnung seiner Eltern an der Breite Straße und verfolgt von dort aus das Spektakel – natürlich ausgestattet mit ausreichend Proviant. "Das ist unser Brauchtum", sagte Michael Greis, der sich als "Olaf, der Schneemann" verkleidet hatte.

Ein paar Schritte weiter, auf dem Areal vor dem Amtsgericht, das sich wegen mehrerer Zwischenfälle in den vergangenen Jahren zu einer Problemzone entwickelt hatte, kam es trotz überwiegend friedlicher Stimmung und verstärkter Polizeipräsenz auch gestern wieder zu einigen Zwischenfällen. Wie Polizeisprecherin Daniela Dässel mitteilte, wurde eine Person, die in der Nähe des Amtsgerichts einen Böller zündete, in Gewahrsam genommen. "Darüber hinaus gab es vereinzelte Körperverletzungsdelikte", sagte Daniela Dässel. Auch ein Platzverweis musste ausgesprochen werden. Während die Sanitäter von einem "ruhigen Umzug" sprachen, häuften sich nach Ende des Zugs wieder die Einsätze, teilte der Sprecher der Hilfsorganisationen, Dieter Guderley, mit. Uwe Neumann vom Ordnungsamt der Stadt Neuss sprach von einem "insgesamt ruhigen Verlauf des Kappessonntagszugs", zu dem weniger Besucher als in den Vorjahren gekommen seien.

Kappessonntagszug in Neuss

Jakob Kausen und seine Frau Claudia Spicker warteten vor ihrer Haustür auf den Zug. Die Anwohner der Breite Straße, die in Norf einen Feinkost-Laden betreiben und gestern als Zapfsäulen verkleidet gute Stimmung verbreiteten, hatten in ihrem Bollerwagen genügend "Stoff" für den ganzen Tag parat. "Es gibt Bier, Schnaps und Softdrinks", sagte Jakob Kausen und deutete auf den prall gefüllten Vorratswagen. Darin lagen neben der Flüssignahrung auch Würstchen und selbst gemachte Frikadellen. "Alles mundgerecht zubereitet", ergänzte Zapfsäule Claudia Spicker, die gestern ausschließlich "Super" im Angebot hatte.

Einen guten Blick auf den Zug hatten auch Dietmar Freimann und Michael Kalkmann ergattert. Die Karnevalsfreunde von der Furth waren extra früh in die Innenstadt gekommen, um einen guten Platz zu erhalten. "Wir sind jedes Jahr wegen der tollen Stimmung hier", erklärte Dietmar Freimann. Gemeinsam mit ihren Familien hatten sich die beiden als Löwen verkleidet. Selbst im Kinderwagen hatte "Simba" schon das Löwenkostüm an.

Altweiber 2016: Neusser Möhnen feiern auf dem Markt FOTO: Woitschützke, Andreas

Nicht so richtig Lust auf das jecke Treiben hatte Felix Bünzel, Anwohner der Kanalstraße. Trotzdem gab's am Stehtisch des als Froschkönig Verkleideten Sekt und kühles Bier für Familie und Freunde. "Es ist gute Tradition und die Kinder haben immer einen Riesenspaß am Zug", sagte er. Wenn es nach ihm ginge, könne er den Tag zwar auch im Bett verbringen. "Aber der Kinder zuliebe machen wir natürlich mit", sagte Felix Bünzel.

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