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Rhein-Kreis Neuss
Das bringt der neue Digital-Hub für die Region

Rhein-Kreis Neuss. Mit einem Budget von einer Million Euro geht das digitale Kompetenzzentrum DW-NRW-Hub im Oktober an den Start. Von Thorsten Breitkopf und Ludger Baten

Düsseldorf hat als eine von sechs Großstädten den Zuschlag für die Förderung eines so genannten DW-NRW-Hub bekommen, der Rhein-Kreis Neuss sitzt als Partner mit im Boot. Hier einige Fragen und Antworten zum Thema.

Was heißt DW-NRW-Hub? Die Abkürzung steht für Digitale Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Hub ist das englische Wort für Nabe in einem Speichenrad und symbolisiert ein Zentrum, in dem alles zusammenläuft. Das Projekt wird finanziell gefördert vom Land NRW mit 12,5 Millionen Euro über drei Jahre. Kommunen konnten sich darum bewerben. Düsseldorf hat neben Aachen, Bonn, Köln, Münster und dem Ruhrgebiet den Zuschlag für ein Hub bekommen.

Was ist der DW-NRW-Hub? "Die Einrichtung soll eine Plattform zum Austausch über digitale Wirtschaftsthemen sein", sagt Klemens Gaida, der mit Peter Hornik die Geschäftsführung übernehmen soll. Konkret ist der Digital-Hub also keine Unternehmensberatung, sondern ein Forum für Veranstaltungen. Grob gesagt sind in den drei Jahren drei Formate geplant. Laut Hornik soll es drei bis vier "Acceleration-Veranstaltungen" geben. Darunter versteht man in der Start-up-Szene Foren, die über etwa drei Monate laufen und unter Einbindung von Start-ups, Mittelständlern und großen Firmen oder anderen Akteuren ein digitales Produkt entwickeln oder ein entsprechendes Problem lösen. "Am Ende wird entschieden, ob das Projekt weiter verfolgt wird, oder nicht", sagt Gaida. Das zweite Format sind so genannte Sprints. "Darunter verstehen wir, dass sich Menschen diverser Unternehmen und auch Start-ups für ein Wochenende zusammensetzen, um etwas zu entwickeln und Ideen zu erarbeiten", sagt Hornik. Zehn bis zwölf solcher Ideenwochenenden in den drei Jahren halten die beiden Geschäftsführer für realistisch. Infoveranstaltungen für Mittelständler in Zusammenarbeit mit anderen, etwa Medien, der IHK oder Handwerkskammer sind dagegen wesentlich häufiger geplant.

Wo hat der Digital-Hub seinen Sitz? Dieser ist im Startplatz, dem Gründerzentrum im Düsseldorfer Medienhafen, untergebracht. Langfristig können sich beide Geschäftsführer aber auch eine eigene Immobilie als Sitz vorstellen.

Wie wird der Hub finanziert? Das digitale Kompetenzzentrum hat eine Mischfinanzierung. Das Budget pro Jahr beläuft sich auf eine Million Euro. Davon stammen 500.000 Euro als Fördermittel vom Land. Bedingung für eine Förderung war, dass weitere 500.000 Euro von den beantragenden Kommunen und von privaten Investoren kommen. Düsseldorf steckt jährlich 250.000 Euro in den Digital-Hub. Die restlichen 250.000 Euro kommen von privaten Partnern. Der Rhein-Kreis zahlt 20.000 Euro pro Jahr in den Topf ein.

Wer sind die privaten Partner? Zu den 45 Partnern Düsseldorfs gehören Kommunen, Unternehmen sowie mehrere Industrie- und Handelskammern (IHK). Zudem werden die japanische Außenhandelskammer Jetro, der US-Commercial Service, Media Evolution aus Schweden, die britische Handelsförderung UK Trade & Investment und Business France mit dem Trägerverein kooperieren, ebenso etliche Coworking Spaces oder Vereine wie BioRiver oder Start-upDorf.

Wie lange läuft das Projekt? Die Förderung des Landes, der Sponsoren und der Landeshauptstadt ist auf drei Jahre befristet. "Nach zwei Jahren machen wir dann eine Evaluierung, mit der Option, den Hub mindestens zwei weitere Jahre fortzuführen", sagt Düsseldorfs Wirtschaftsförderer Uwe Kerkmann.

Was haben die Geschäftsführer vorher gemacht? Peter Hornik ist Geschäftsführer des Start-up-Inkubators Firstmover und Mitinitiator der Start-up-Sprints in Düsseldorf. Klemens Gaida, auch Gründer und Geschäftsführer von Firstmover, ist Ex-Vodafone-Innovationsmanager.

Was sagen die Start-ups? Die jubeln. "Der Digital-Hub ist für Düsseldorf bedeutsam und sein Sitz im Startplatz im Hafen ist der nächste Schritt zum Silicon Harbour", sagt Startplatz-Gründer Lorenz Gräf. Was sagt der Rhein-Kreis? Der fühlt sich bestätigt, dass er das Hub-Potenzial früh erkannt hat und einen Fuß in die Tür gestellt hat. "Es ist gut, dass wir uns am Hub-Projekt in Düsseldorf beteiligen", sagt Bijan Djir-Sarai, der neue IT-Dezernent im Kreishaus, "darum haben wir ja den Kreistagsbeschluss zum Beitritt herbeigeführt." Es sei wichtig, diese Plattform zu bespielen, "um Innovationen in den den Rhein-Kreis zu bringen". Umgekehrt eröffne sich so auch die Chance für Start-ups aus dem Kreisgebiet, sich zu beteiligen. Djir-Sarai: "Wir setzen ein Zeichen für Szene und Wirtschaft."

Quelle: NGZ
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