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Rhein-Kreis Neuss
Die dritte Dimension des Handels

Rhein-Kreis Neuss: Die dritte Dimension des Handels
Moonlight-Shopping in Grevenbroich: Die Aktion der Einzelhändler ist ein Event, das helfen soll, die City attraktiver zu machen. FOTO: Lothar Berns
Rhein-Kreis Neuss. Einer Studie der IHK zufolge engagieren sich mehr als 70 Prozent der Einzelhändler für ihre Stadt. Damit sind sie eine wichtige Stütze für Vereine, Feste und das Brauchtum. Laut IHK ist dieser Effekt besonders im Rhein-Kreis spürbar. Von Oliver Burwig

Die kleine Boutique in der Innenstadt, der Getränkemarkt und das Blumengeschäft an der Ecke sind nicht nur für die Nahversorgung wichtig, sondern auch für das Gemeinwohl. Diesen Schluss zieht die IHK aus den Ergebnissen ihrer Pilotstudie "Handel³ - Die dritte Dimension des Einzelhandels". Ziel der Studie war es, einen Überblick über die Effekte des Einzelhandels auf die Umgebung zu verschaffen. Dabei hat sich gezeigt, dass viele kleine Händler sich auch sozial engagieren - weit öfter als große Ketten dies tun.

"Der Einzelhandel ist wichtig für die Versorgung der Bevölkerung und gleichzeitig ist er ein bedeutender Wirtschaftsfaktor", sagt Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer IHK NRW. Dass der Handel dazu noch eine wichtige soziale Funktion über-nehme und erheblich zum Gemeinwohl einer Stadt beitrage, sei den Wenigsten bewusst. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, macht zudem drei Trends aus: Bekleidungs- und Lebensmittelhändler engagieren sich mehr als Einzelhändler in anderen Branchen; Ketten sind weniger für die Gemeinschaft aktiv als inhabergeführte Läden; Geschäfte mit weniger als zehn Mitarbeitern häufiger als größere. Das sei vor allem für den Rhein-Kreis Neuss von Bedeutung: "Der Einzelhandel gehört im Rhein-Kreis Neuss zu den beschäftigungsintensivsten Branchen", sagt Steinmetz Mit neun Prozent sei die Beschäftigtenquote im Einzelhandel höher als der Landesdurchschnitt. Dadurch sei auch das Potenzial für soziales und ehrenamtliches Engagement und Spendenbereitschaft für die Gemeinschaft im hiesigen Kreis höher als anderswo.

Laut der Studie investiert jeder Einzelhändler jährlich zwischen 1400 und 1900 Euro in Form von Spenden, Sponsoring oder Sachleistungen in örtliche Feste und Einrichtungen. Hinzu kommen ein bis zwei Arbeitstage im Monat, an denen die Händler ehrenamtlichen Tätigkeiten in ihrem Ort nachgehen. Besonders die Bereiche "Kinder und Jugend", "Brauchtumspflege" und "Sport und Freizeit" profitierten vom Wohlwollen der örtlichen Einzelhändler. 15 Prozent des Gesamtbudgets karitativer Einrichtungen kommt der Studie nach von Händlern. Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Höhe des "finanziellen Engagements" von der Größe der Stadt und der Höhe der Umsätze abhänge.

"Im Rhein-Kreis ist das nicht anders", sagt Steinmetz. "Die Voraussetzung für den Einzelhandel sind gut funktionierende Innenstädte." Wo es Leerstände gebe, fehle es logischerweise auch an Einzelhändlern, die sich an der Gemeinschaft beteiligen können. Somit habe auch die Kaufkraft der örtlichen Kunden einen Einfluss auf das Engagement der Einzelhändler.

Die Ergebnisse der Studie "Handel³" leiten sich aus Interviews und mehr als 1000 Befragungen von Händlern und Verbrauchern in 16 Modellstädten NRWs ab, die die IHK führte. Um künftig vielleicht auch die Händler anderer Branchen dazu zu bewegen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, befinde man sich laut Steinmetz durch den Einzelhandels-Ausschuss "in regem Kontakt". Denn das gemeinnützige Engagement habe auch ein gutes Argument für die Händler: "Sich vor Ort einzubringen ist ein großartiges Mittel, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden", sagt Steinmetz.

Quelle: NGZ
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