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Rhein-Kreis Neuss
Die Radwege-Tester vom Fahrrad-Club

Rhein-Kreis Neuss: Die Radwege-Tester vom Fahrrad-Club
Ist die Radweg-Beschilderung in Ordnung? Peter Wimmer, Detlef Abels und Wolfgang Pleschka (v. l.) sind viel unterwegs, halten alle Mängel fest. FOTO: Lber
Rhein-Kreis Neuss. ADFC-Mitglieder sorgen mit dafür, dass die Radwege in der Stadt in Ordnung sind, die Ausschilderung stimmt. Dafür wird viel gestrampelt. Von Carsten Sommerfeld

Fotokamera und Notizblock sind dabei, wenn Wolfgang Pleschka, Peter Wimmer und Detlef Abels sich auf die Fahrradsättel schwingen und einen weiteren Abschnitt des Radwegenetzes in Grevenbroich entlangradeln. Klar, dass die Fahrrad-Begeisterten die Landschaft genießen, doch sie haben mehr im Sinn als Vergnügen. Die Vorstandsmitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Grevenbroich und andere Mitglieder sind zu Kontrollfahrten auf den Radwegen in der Stadt unterwegs - prüfen, ob die Ausschilderung in Ordnung ist. Die Ortsgruppe mit 180 Mitgliedern ist rührig, hat schon viel für Radler bewegt.

Auch die anderen ADFC-Ortsgruppen setzen sich für die Radwege ein. "Der ADFC-Kreisverband hat mit dem Rhein-Kreis Neuss eine Vereinbarung getroffen, dass die Ortsgruppen zwei Mal im Jahr die Radwege abfahren und Mängel bei der Beschilderung melden", erklärt Kreisverbandsvorsitzender Heribert Adamsky. "Die Arbeit macht Spaß, und sie dient der Gemeinschaft", sagt Wolfgang Pleschka, Vorsitzender des ADFC Grevenbroich. Rund 10.000 Kilometer ist er im Jahr mit dem Rad unterwegs. Öfters führt er Touren durch Nachbarkommunen, und er weiß: "Wenn die Beschilderung nicht stimmt, verirrt man sich schnell. Das wollen wir Auswärtigen bei uns ersparen." Über den Winter ist so manches Schild umgefahren oder mit Graffiti besprüht worden. Jeder bei den Fahrten entdeckte Mangel wird fotografiert. Peter Wimmer setzt sich dann mit Stadt und Rhein-Kreis Neuss in Verbindung. Ein Team der Beschäftigungsförderungsgesellschaft Rhein-Kreis Neuss beseitigt Ausschilderungsmängel. Auch zwischen Stadt und ADFC besteht eine gute Kooperation. "Wir sind bei den Radwegen sozusagen die Augen der Verwaltung", sagt Pleschka. Peter Wimmer unterstützt die Fahrradbeaufragte Ursula Hauguth bei der Arbeit. Die Zusammenarbeit mit der Stadt geht weit über Kontrollfahrten für die Beschilderung hinaus. 2004 übernahm der ADFC die Patenschaft für den Grevenbroicher Teil des Erft-Radweg, der auf der Route von der Quelle bis zur Mündung in Neuss auf 28 Kilometern durch die Stadt führt. Auch Schlaglöcher und hochstehende Wurzeln werden der Stadt gemeldet. "Nicht überall ist auf dem Erftradweg bei uns Genussradeln möglich", sagt Wimmer. Insgesamt gesehen seien die Radwege in der Stadt aber "in recht gutem Zustand", so Pleschka.

Der ADFC muss es wissen: Club-Mitglieder haben in monatelangem Einsatz den Zustand dokumentiert, Mängel festgehalten, Verbesserungsvorschläge gemacht. Das Ergebnis ist eine Maßnahmenliste, die auf der Vereins-Homepage veröffentlicht ist, viele Mängel sind heute als "erledigt" abgehakt. Die Datenbank ist wichtige Basis für den Arbeitskreis Fußgänger- und Fahrradverkehr der Stadt, in dem der ADFC mitarbeitet. "Unser Ziel ist ein Bewusstseinswandel zugunsten des umweltfreundlichen Radverkehrs", sagt Wolfgang Pleschka. "Viele unserer Vorschläge sind bereits umgesetzt worden."

Quelle: NGZ
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