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Rhein-Kreis Neuss
Digitalisierungskonzept für den Kreis

Rhein-Kreis Neuss: Digitalisierungskonzept für den Kreis
Will den Kreis zum digitalen Vorreiter machen: Bijan Djir-Sarai. FOTO: lber
Rhein-Kreis Neuss. Der IT-Dezernent Bijan Djir-Sarai plädiert für einen strategischen Einsatz der modernen Technologien. Von Ludger Baten

Ausbau des Breitbandnetzes, ITK Rheinland, Hub Düsseldorf/Rheinland, Open Data, E-Government, E-Partizipation - an Institutionen, Initiativen und Schlagwörtern aus der digitalen Welt mangelt es nicht - auch nicht in den Kreis- und Rathäusern hierzulande. Doch erst mit einem strategischen Ansatz, so Bijan Djir-Sarai (40), werde es gelingen, die gewaltigen Potenziale der modernen Technologien auszuschöpfen und sie auch lokal zum Nutzen der Menschen und als Faktor der Wirtschaftsförderung einzusetzen. Darum hat sich der neue IT-Dezernent im Kreishaus aufgemacht und erarbeitet gegenwärtig ein Digitalisierungs- und E-Government-Konzept für den Rhein-Kreis Neuss, das er bis Ende des Jahres fertig gestellt haben will.

In der Digitalisierung sieht Djir-Sarai eine interkommunale Aufgabe höchster Priorität. "Wenn wir ehrlich sind", sagt er, "dann reden wir hier von einer neuen Aufgabe der Daseinsvorsorge." Bisher werden vor allem Bereiche wie Energie, Wasser, Müll - aber auch Gesundheit und Wohnen der Daseinsvorgabe zugerechnet, die zu einem guten Teil von der öffentlichen Hand zum Wohle der Bevölkerung gesichert werden. Nach Auffassung von Djir-Sarai kommt der Digitalisierung eine vergleichbare Bedeutung zu.

Zu den Standards zählt Bijan Djir-Sarai, der im März zum neuen Kreisdezernenten für Controlling, Hoch- und Tiefbau sowie IT gewählt worden ist, eine flächendeckende Vernetzung mit Breitbandkabeln. Das sei ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaftsförderung, aber auch für Menschen, die in den Rhein-Kreis ziehen wollen. Diese Einschätzung sei nicht strittig; längst seien auch die Bürgermeister aller Städte und Gemeinden in der Kreisgemeinschaft darauf bedacht, den Breitbandausbau energisch voranzutreiben.

Eine zentrale Rolle in den Überlegungen Djir-Sarais spielt die ITK Rheinland im Sitz im Neusser Hammfeld, in deren Diensten er vor seinem Wechsel auf die Chefetage im Kreishaus stand. Der kommunale IT-Dienstleister sei ein leistungsstarkes Instrument, das strategisch gesteuert werden müsse: "Es geht darum, dass wir die Anforderungen formulieren, die wir von der ITK bedient haben wollen." Als Problem sieht der Dezernent dabei, dass sich ein Fachkräftemangel bereits konkret abzeichne. Um diesem personellen Engpass entgegen zu steuern, müsse es verstärkt das Ziel sein, ein Hochschulangebot für (Wirtschafts-)Informatik im Rhein-Kreis anzusiedeln.

Auch schlägt Djir-Sarai vor, eine Digitalisierungskonferenz einzurichten, bei der sich Politik, Verwaltung und IT-Experten der Region vernetzen: "Wer die digitale Innovation hat, der hat die Zukunft."

Quelle: NGZ
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