| 00.00 Uhr

Rhein-Kreis Neuss
Drupa als Plattform für Firmen aus dem Kreis

Rhein-Kreis Neuss. Die weltgrößte Branchenmesse Druck und Papier (Drupa) lockte bis gestern nach Düsseldorf. Zahlreiche Firmen aus dem Rhein-Kreis Neuss nutzten sie, um sich und ihre Produkte einem Fachpublikum zu präsentieren. Von Andreas Buchbauer

Die Stars sind die Maschinen. Da kann DJ Lovra noch so fleißig auflegen und für Club-Sound am Xerox-Stand in Messehalle 8b sorgen. Nichts wird auf der weltgrößten Branchenmesse Druck und Papier (Drupa) so genau beäugt wie die aktuellen Technik-Trends, und "Xerox-Stand" ist eigentlich untertrieben: Auf 2500 Quadratmeter Fläche präsentiert sich das US-Technologieunternehmen, das sein deutsches Hauptquartier in Neuss hat, 150 Mitarbeiter sind im Einsatz, es ist eine kleine Messe-Stadt. In den Fokus rückt Xerox vor allem neue Inkjet-Drucksysteme, der heimliche Star ist ein Direct-to-Object-Inkjet-Drucker. Der Prototyp wurde auf der Drupa gezeigt, und der Drucker wurde als Prototyp bereits verkauft. Auch deshalb spricht Marcel Martens, General Manager Graphic Communications für Deutschland, Österreich und die Schweiz, von einer für Xerox enorm erfolgreichen Drupa. "Wir haben die Ziele, die wir uns gesetzt haben, erreicht."

Zur Unternehmensstrategie zählt zwar, diese Ziele nach außen nicht näher zu kommunizieren. Aber Martens lässt keinen Zweifel daran, dass die Zahlen stimmen. "Es ist für mich die fünfte Drupa mit Xerox", sagt Martens. "Und ich bin sehr zufrieden." Zum Leitmotiv "Let the work flow" stellt Xerox seine Neuheiten in sechs großen Anwendungsbereichen vor: Marketing-Service-Anbieter, Direktmailing, Bücher & Kataloge, Transaktionsdruck, Fotoanwendungen und digitaler Verpackungsdruck. 160 Applikationen werden gezeigt. Neue Lösungen für den direkten digitalen Verpackungsdruck sind ein zentrales Thema. Laut einer Studie des US-amerikanischen Beratungsunternehmens InfoTrends wird das weltweite Volumen an Inkjet-Druckprodukten bis 2019 um 23 Prozent wachsen.

Kurz bevor sich die Messe gestern dem Ende neigt, herrscht noch mal mächtig Betrieb in den Messehallen. Neben Xerox sind zahlreiche weitere Unternehmen, die ihren Sitz im Rhein-Kreis haben, mit Ständen vertreten. Kyocera ist dabei, Nipson, 3M, Epson und das Kaarster Unternehmen Fotoboden als Mitaussteller des amerikanischen Unternehmens Electronics for Imaging (Efi). Aus Nordrhein-Westfalen sind 173 Unternehmen dabei, insgesamt sind es rund 1800 Aussteller aus mehr als 50 Ländern. Als Wachstumsfelder gelten das Geschäft mit dem Bedrucken von Verpackungen - in Branchenkreisen wird von einem jährlichen Wachstum von vier Prozent ausgegangen - sowie der Druck von Produktaufklebern (sechs Prozent). Im Trend liegen 3D-Drucker, die Prototypen und kleine Auflagen erstellen. Das ermöglicht Individualisierung - und die Chance, sich auf dem Markt von Mitbewerbern abzuheben.

Die Fachbesucher auf der Drupa sind stets auf der Suche nach "The Next Big Thing", dem nächsten großen Ding für die Zukunft. Das in Dormagen ansässige Unternehmen Coatema zeigt, wie Individuallösungen, die sich von der Konkurrenz abheben, aussehen können. Im Bereich Printed Electronics werden die Vorzüge des sogenannten Smartcoaters live am Messestand demonstriert. Was klingt wie der Name einer topmodernen Achterbahn, ist eine nicht minder hochmoderne Forschungs- und Upscaling-Anlage, die mit einem 6-in-1-Auftragswerk versehen ist. Zusammen mit dem Unternehmen Temicon aus Dortmund wird zudem die neue gemeinsame Marke Temicoat im Bereich gedruckter Nanostrukturen vorgestellt. Die Nanoimprint-Technologie zielt auf Display-, Photovoltaik-, biomedizinische sowie bionische Anwendungen. Martin Busch, Business Development Manager bei Coatema, ist zufrieden mit der Nachfrage auf der Messe. "Für uns ist die Drupa ein großer Erfolg", sagt er. "Wir hatten jeden Tag mindestens zehn konkrete Anfragen." Die gelte es nun, nach dem Ende der Drupa, abzuarbeiten.

Rund 300.000 Besucher hat die Messe, die vom 31. Mai bis 10. Juni in Düsseldorf ausgerichtet wurde, angelockt. Von der Nähe der weltgrößten Fachmesse der Druck- und Papierindustrie zum Rhein-Kreis Neuss profitieren die hier ansässigen Unternehmen gleich doppelt. Zum einen ist der logistische Aufwand, die Stände entsprechend zu bestücken, geringer als bei längeren Anfahrten. Zum anderen haben auch die Mitarbeiter eine Gelegenheit zum Messebesuch, ohne dafür extrem lange Anreisen auf sich nehmen zu müssen. Xerox hatte für Donnerstag zum Beispiel Mitarbeiter vom Neusser Standort nach Düsseldorf gebeten.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rhein-Kreis Neuss: Drupa als Plattform für Firmen aus dem Kreis


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.