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Rhein-Kreis Neuss
Ein besonderer Blick auf Blumen

Rhein-Kreis Neuss: Ein besonderer Blick auf Blumen
Zu den Vasenbildern gehört die Arbeit von Sibylle Pietrek. FOTO: Sibylle Pietrek
Rhein-Kreis Neuss. In der Reihe "Gartenfokus" zeigt die Stiftung Schloss Dyck eine neue Ausstellung. Die beiden Fotografen Sibylle Pietrek und Josh Westrich zeigen mit ihren Arbeiten eine große Affinität zur Natur. Die Schau läuft bis 29. Oktober. Von Rudolf Barnholt

Sibylle Pietrek und Josh Westrich sind nicht nur zwei erfahrene und erfolgreiche Fotografen, sie haben auch einen ganz engen Bezug zur Natur, vor allem zu Blumen. So sind sie geradezu prädestiniert, eine gemeinsame Ausstellung in der Reihe "Gartenfokus" zu gestalten. Unter der Überschrift "Blütenlese" zeigen sie diverse Arbeiten, die einen ungewöhnlichen Blick auf Blumen offenbart. So kann der Besucher der Ausstellung in Schloss Dyck Arbeiten entdecken, die die große Liebe der beiden Fotokünstler zur Natur widerspiegeln. Die Arbeiten wirken zum Teil eher wie Malerei denn wie Fotografie. Zu sehen sind Blumen pur, aber auch in zusammengestellten Arrangements, in denen Pflanzen zu Preziosen mutieren oder sich im Detail als unbekannte Wesen zeigen.

Die Fotografen und ihr Kurator: Josh Westrich (l.) und Sibylle Pietrek mit Martin Wolthaus vor Westrichs Arbeit "Alte Rosen". FOTO: ati

Sibylle Pietrek, Jahrgang 1965, bekam mit zwölf Jahren ihre erste Spiegelreflexkamera. 2008 brachte die in Düsseldorf lebende Werbefotografin ihr erstes Buch mit Pflanzenfotografien heraus. Ihre Fotos sind in der Ausstellung durchaus leicht von denen ihres Foto-Kollegen Josh Westrich zu unterscheiden: Während ihr in Mainz lebender Kollege alles auf seinen Bildern weglässt, was von der Hauptdarstellerin, der Blüte, ablenken könnte, arrangiert Sibylle Pietrek Blumen und Gestecke.

So sind jetzt Bilder zu sehen, auf denen Blumen wie kostbares Besteck oder gar Schmuck in feinen Kästchen gezeigt werden. Viele dieser Fotos stecken zudem in antiken Rahmen - was das Gefühl der Kostbarkeit verstärkt. Sibylle Pietrek versteht es auch, das Thema "Blumen" mit ihrer Vasensammlung in Verbindung zu bringen - was sich ja auch anbietet. Diese Fotos haben monochrome Hintergründe, wobei die Farbintensität leicht variieren kann. Teilweise sind es klassische Stillleben, die die Fotokünstlerin inszeniert hat: Zu den Blüten gesellen sich mal Obst, mal ein Zeitschriftenstapel, die Anemonen stecken in einer antiken Apothekenflasche.

Zu den Fotos mit Blütenästen - deses trägt den Beinamen "kalt" - hat sich Sibylle Pietrek von einem Alten Meister inspirieren lassen: Vincent van Gogh. FOTO: Sibyille Pietrek(4)/Josh Westrich (2)

Ganz anders geht Josh Westrich vor. Er verfremdet nichts. Der Diplom-Designer im Bereich Fotografie lässt alles weg, was von den Blüten ablenken könnte. Sein Markenzeichen ist der weiße Hintergrund. "Die Vielgestaltigkeit der Natur weiß Westrich gekonnt zu inszenieren. Aus Habitus und Farbe der Pflanzen entsteht künstlerischer Eigenwert. Seine extremen Close-up-Fotografien ziehen den Betrachter in magisch-psychodelische Farbstrudel", erklärt Kurator Martin Wolthaus. Und tatsächlich wirken einige Blütenimpressionen wie die Wohnwelten von Verner Panton in den 1960er Jahren.

Blick in die Blüte einer Iris barbata von Josh Westrich: "Infernal Fire". FOTO: Josh Westrich

Westrich, Jahrgang 1957, hat seine Pflanzenleidenschaft bereits bis nach China geführt, wo er mit einem Strauchpfingstrosenexperten die historische Spur dieser Pflanze verfolgt hat. Auch er hat bereits Bücher veröffentlicht - wie "Geliebte Viola". Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Oktober geöffnet.

Quelle: NGZ
 
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