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Rhein-Kreis Neuss
Ein Jubelfest mit glänzender Musik

Rhein-Kreis Neuss. Bei der 25. Auflage des Festivals "Alte Musik" wurden die Besucher mit einem besonderen Programm verwöhnt.

Mit einem geradezu ausgelassenen Fest begann das Festival Alte Musik, das - 1992 vom bis heute künstlerischen Leiter Hermann Max gegründet - nach erfreulicher Entwicklung den 25. Geburtstag feiert. "Das Festival ist zu einer einzigartigen Symbiose zwischen einem besonderen Ort - der Klosteranlage Knechtsteden mit ihrer romanischen Basilika - und Alter Musik geworden", sagt Christina Kampmann, Schirmherrin und Ministerin für Familie, Kultur und Sport des Landes NRW.

Im Mittelpunkt des Eröffnungskonzertes "Feste feiern" stand die Glückwunsch-Kantate "Der zufriedengestellte Aeolus" von Johann Sebastian Bach (BWV 205). Sie war ein Auftragswerk der Universität Leipzig im Jahre 1725 zum Namenstag des geschätzten Philosophieprofessors August Müller. "Dramma per Musica" nennt Bach sein Werk, "Operette" sagt Thomas Höft, der Direktor des Zentrums für Alte Musik Köln. Er führte in einer launigen und spritzigen Moderation in das Werk ein. Sein verharmlosender Vergleich, dass die Kölner Silvesternacht gegen die Herbststürme des Aeolus "ein Jokekurs auf Spiekeroog" sei, verstimmte viele der knapp 600 Zuhörer in der Basilika. Der Windgott Aeolus (mit markant wuchtigem Bass Jochen Kupfer) droht, das Fest platzen zu lassen.

Der Sommerwind Zephyrus (der Tenor Markus Schäfer war auch spielerisch vollkommen auf der Höhe), die Fruchtgöttin Pomona (mit wunderbar einfühlsamem Gesang der Altus Franz Vitzthum) und vor allem die Friedensgöttin Pallas Athene (mit frischem, glasklaren und starken Sopran Hanna Zumsande) können ihn umstimmen. So jubelt der Chor der Irdischen zum Schluss "Vivat August!" Das brachte die exzellente "Rheinische Kantorei" zum Höhepunkt. Das Ensemble mit 15 Stimmen (sechs Sopran und je drei Alt, Tenor und Bass) hatte zuvor mit Bachs Kantate "Gloria in excelsis Deo" (BWV 191) geglänzt. Bach entnimmt die drei Sätze, zum Teil mit neuen Texten, seiner grandiosen h-Moll-Messe.

Zwischen den beiden Jubelchören steht das Duett "Gloria Patri et Filio", von Marie Luise Werneburg (Sopran) und Markus Schäfer (Tenor) kongenial zelebriert. Ein Sonderlob verdiente sich der Chor-Tenor mit seinem homogenen Einsatz zur Schlussfuge. Zum Schwärmen verführte auch einmal mehr das Barockorchester "Das kleine Konzert" mit seinem historischen Instrumentarium. Wunderbar samtene Streicher mit an Obertönen reichen Darmsaiten, in sehr sauberem Spiel gedämpft klingende Trompeten und Hörner, weiche Bläser in Traversflöten, Oboen und Fagott, die feine italienische Basslaute Chitarrone und Cembalo sowie Orgel (Christoph Lehmann): Da musste Johann Sebastian Bachs üppig instrumentierte "Orchestersuite Nr. 3 D-Dur" (BWV 1068) zum Geburtstagsfest werden, zumal Hermann Max der Ouvertüre trotz vorwärts stürmendem Tempo festlichen Glanz verlieh.

Der WDR hat das Konzert aufgezeichnet. Sendetermin: 17. November, ab 20.04 Uhr (WDR 3).

(Nima)
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