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Interview mit Volker Gärtner und Stephan Meiser
"Die Expo Real führt alle Akteure der Region zusammen"

Interview mit Volker Gärtner und Stephan Meiser: "Die Expo Real führt alle Akteure der Region zusammen"
Stephan Meiser und Volker Gärtner auf der Expo Real in München. FOTO: Berns Lothar
Neuss. Für die Sparkasse Neuss knüpfen Vorstandsmitglied Volker Gärtner und Stephan Meiser, Direktor Kommunikation, auf der Messe Kontakte.

Herr Meiser, die Sparkasse tritt seit Jahren bei der Expo Real als Partner des Rhein-Kreises Neuss und der Stadt Neuss auf. Warum?

Stephan Meiser Die Sparkasse Neuss ist das größte Kreditinstitut in unserer Region und das einzige, das in allen acht Städten und Gemeinden vor Ort vertreten ist. Wenn es um die Weiterentwicklung des heimischen Wirtschaftsstandortes mit seinen verschiedenen Gewerbegebieten und -flächen geht, sind wir mit unserer Kompetenz also genau der richtige Partner. Hier auf der Messe ermöglichen wir einen einfachen und persönlichen Erstkontakt mit potenziellen Investoren.

Können Sie ein konkretes Beispiel für eine bei der Expo Real angebahnte Geschäftsbeziehung nennen?

Stephan Meiser Ja. Im vergangenen Jahr habe ich hier auf der Messe zum Beispiel ein erstes Gespräch mit einem Betreiber von Fitnessstudios geführt. In diesem Jahr haben wir schon ein erstes gemeinsames Projekt erfolgreich umgesetzt.

Welche Bedeutung hat die Messe für die zahlreichen Akteure aus der heimischen Region?

Stephan Meiser Die Expo Real ist eine professionell organisierte Kommunikationsplattform. Sie führt nahezu alle Akteure der Wirtschaftsregion am Niederrhein zusammen: Kommunen, Wirtschaftsförderer, Energieversorger, Unternehmen und Investoren. Damit bietet die Messe gute Möglichkeiten, branchenübergreifend und überregional für den Erfolg des eigenen Wirtschaftstandortes zusammen zu kommen. Vergleichbares gibt es bei uns vor Ort nicht.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat das Kreditgeschäft mit mittelstädtischen Unternehmen für die Sparkasse Neuss?

Stephan Meiser Die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen zählt seit ihrer Gründung 1828 zum Kerngeschäft unserer Sparkasse und ist ein wichtiger Ergebnisträger. Während andere Mitbewerber sich gerade in der letzten Zeit aus diesem Geschäftsfeld zurückgezogen haben, haben wir unser Engagement ausgeweitet. Mit unserem Expertenwissen und unserem Leistungsangebot machen wir es den Betrieben vor Ort einfach, ihre finanzielle Situation erfolgreich zu steuern. Davon profitiert letztlich die gesamte Region - zum Beispiel durch den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Herr Gärtner, wofür nehmen die Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss derzeit am häufigsten Kredite auf?

Volker Gärtner Unsere gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss und der Creditreform betriebene regionale Konjunkturforschung, das "Mittelstandsbarometer", zeigt, dass aktuell vor allem Mittel für Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen gefragt sind. Dieses Ergebnis entspricht der Beobachtung, die wir im Geschäft mit unseren eigenen Firmenkunden machen. Nach meiner Einschätzung ein gutes Zeichen: Der lokale Mittelstand blickt mit Optimismus in die Zukunft und trifft gleichzeitig Vorsorge für künftig zu erwartende branchenspezifische Herausforderungen.

Das "Mittelstandsbarometer" weist auch Kritik an der allgemeinen Kreditversorgung aus. Wie erklären Sie sich dieses Ergebnis?

Volker Gärtner Auf die Sparkasse Neuss trifft diese Einschätzung nicht zu: Wir haben die Standards unserer Kreditvergabe nicht verändert und können unser hohes Engagement sogar noch weiter ausbauen. Kurz: Kunden der Sparkasse Neuss müssen nach wie vor keine Kreditklemme befürchten. Bei anderen Wettbewerbern, insbesondere bei Banken, denen der direkte regionale Bezug und damit die entsprechenden Detailkenntnisse fehlen, sieht das allerdings teilweise ganz anders aus. Ein weiterer Grund liegt möglicherweise in den gestiegenen regulatorischen Anforderungen an die Datenerhebung und -dokumentation.

Die Bafin hat kürzlich davor gewarnt, dass angesichts einer verschärften Konkurrenz zwischen den Banken und Sparkassen die Standards für die Kreditvergabe aufgeweicht werden. Manche Institute akzeptierten niedrigere Eigenkapitalquoten und einen höheren Verschuldungsgrad der Kreditnehmer. Hinzu kämen Kampfkonditionen. Macht die Sparkasse diesen Verdrängungswettbewerb mit?

Volker Gärtner Nein. Und das haben wir auch nicht nötig, denn wir stehen nicht in diesem Verdrängungswettbewerb. Wir bieten ein einzigartiges und unverwechselbares Geschäftsmodell aus individueller Beratung, persönlicher Erreichbarkeit über alle modernen Kommunikationswege und einer Ergebnisverwendung zum Wohl der heimischen Region. Wir stellen faire Preise/Konditionen und sind ein verlässlicher Partner für den Mittelstand vor Ort. Damit grenzen wir uns deutlich von anderen Marktteilnehmern ab.

Droht eine Bankenkrise, falls es mit der Wirtschaft bergab geht und Kredite abgeschrieben werden müssen?

Volker Gärtner Grundsätzlich warnt die Bafin natürlich zu Recht davor, besonders risikoreiches Geschäft einzugehen. Unsere Sparkasse sehe ich jedoch nicht betroffen. Wir engagieren uns im Kreditgeschäft nur in der Region, die wir kennen und für Unternehmen, die wir kennen und deren Situation wir genau einschätzen können. Hinzu kommt unsere solide Eigenkapitalbasis. An dieser Erfolgsformel werden wir festhalten.

Wie beurteilt die Sparkasse Neuss die Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung im Rhein-Kreis?

Volker Gärtner Positiv. Die Gründe sind vielfältig: Für eine weiterhin gute Entwicklung sprechen neben der zentralen Lage mit sehr guten Anbindungen an sämtliche Verkehrswege und -mittel der breite Branchen-Mix und die gesunde mittelständische Wirtschaftstruktur. Zu den weiteren Erfolgsfaktoren rechne ich das vielfältige Angebot weiterführender Schulen und Hochschulen sowie zahlreiche Freizeitangebote in den Bereichen Sport und Kultur, die zu einer hohen Lebensqualität für die Menschen in der Stadt und im Rhein-Kreis Neuss beitragen.

Welche Risikofaktoren bestehen?

Volker Gärtner Getrieben durch die fortschreitende Digitalisierung werden sich in vielen Branchen immer mehr Geschäftsprozesse verändern. Darauf müssen sich gerade auch die kleineren und mittleren Betriebe einstellen. Gleichzeitig ergeben sich durch die Digitalisierung natürlich auch Chancen, die erkannt und genutzt werden müssen. Auch hierbei helfen unsere Experten gerne. Allgemeine konjunkturelle Risiken gehen von der unverändert hohen Verschuldung vieler EU-Staaten und den globalen Krisenherden etwa im Nahen Osten aus.

FRANK KIRSCHSTEIN

Quelle: NGZ
 
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